BLI Blue Line SD-9


Seit Mitte 2007 bietet Broadway Limited, Pionier unter den Herstellern von Sound Loks, unter dem Label "Blue Line" mit Sound ausgestattete Loks, DCC Ready an. Die Loks können "Out of the Box" auf jeder analogen Gleichstromanlage werden, oder, nach Einbau eines Decoders eigener Wahl, auch im Digitalbetrieb. Besonderheit hier ist, dass sowohl im Analogbetrieb ohne Decoder als auch im Digitalbetrieb der Sound der Lok funktioniert, weil die Lok bereits einen Sounddecoder hat.

Gehäuse:

Das Modell der SD-9 ist eine komplette Neukonstruktion. Die Detaillierung ist als gut zu bezeichnen, die Trittstufen sind durchbrochen, Leitungen sind freistehend, die angesetzten Scheibenwischer sind geätzt. Auf den ersten Blick könnte man denken, Broadway hat die Formen der Life Like Proto 2000 SD-9 übernommen. Einzig die seitlichen Windabweiser sind angespritzt und überlackiert, was den Gesamteindruck etwas stört. Ausserdem fehlte an einigen Liftrings etwas Farbe. Hier sollte man zum Pinsel griefen und nachbessern. Bei meinem Modell sind einige der Trittstufen "schräg", was aber erst bei genauerem Hinsehen auffällt. Die Pufferbohlen sind ebenaflls leicht schräg, weswegen die abnehmbaren Frontsteps im Fahrbetrieb teilweise an Weichen hängenbleiben. Ich habe sie abgezogen, die Pufferbohlen vorsichtig gerade gebogen und die Steps dann wieder angesetzt. Im Führerstand, durch den man durchsehen kann und der auch eingerichtet ist, sind zwei lackierte Lokführerfiguren zu finden, welche in Richtung des Short Hood schauen, normale Fahrtrichtung der SD-9 bei der Milwaukee. Erstaunlicherweise ist das Airhorn Long Hood vorraus montiert, also genau entgegengesetzt der normalen Fahrtrichtung. Das Horn ist aus Messing, und lässt sich nach aufbiegen der Beinchen im Gehäuse abnehmen und vorbildgetreu wieder montieren. Die Handrails sind sehr filigran, teilweise aber leicht verbogen. Dem Modell liegt ein austauschbares Dachteil mit dynamischer Bremse bei. Die Lackierung ist deckend, die Farbtrennkannten franzen teilweise aus. Die Bedruckung ist, bis auf die EMD Firmenlogos, scharf.

Innereien:

Nach lösen der Kupplungsschrauben und abzug der Kupplungsboxen, welche mit Metallkupplungen ausgerüstet sind, kann man das Gehäuse mit sanfter Gewalt nach oben abziehen. Das innere der Lok macht einen unaufgeräumten Eindruck, Kabel liegen lose herum und können teilweise vom Gehäuse eingequetscht werden, hier empfiehlt sich, die Kabel mit Klebeband zu fixieren. Im NMRA 8-pin Plug steckt ein kkleiner Chip, der für den Analogbetrieb der Lok benötigt wird. Nachdem dieser abgezogen wird, kann man einen Decoder seiner Wahl einstecken. Ich habe mich für den DH123P von Digitrax entschieden. Da der Platz für den Decoder begrenzt ist, ist von Vorteil, dass der Schnittstellenstecker in beide Richtungen eingesteckt werden kann. Einzige Auswirkung ist später die Fahrtrichtung, die ja nach Einbaurichtung vertauscht ist, was man aber über CV 29 ändern kann. Neben dem Schnittstellenstecker sind zwei Jumperports. In einem, J1 bezeichnet, steckt ein kleiner Stecker mit 4 Anschlüssen. In dieser Konfiguration werden die Lichteffekte der Lok über den Sounddecoder gesteuert. Steckt man den Stecker in den Jumperport J7, geschieht dies über den eingebauten Lokdecoder. Bei diversen Schnittstellensteckern kann es passieren, das der Platz nicht für Stecker und Jumper ausreicht, hier kann man dann, wie oben erwähnt, den Schnittstellenstecker einfach drehen. Das Modell wird von einem 5 poligen Motor auf allen Achsen angetrieben, Haftreifen gibt es keine. Der Motor hat zwei Schwungmassen, die aber recht klein ausfallen, und so der Lok wenig Auslauf bieten. Die Fahreigenschaften sind als gut zu bezeichnen, die Lok fährt langsam an und lässt sich auch feinfühlig regeln. Als sehr einfach ist die installierte Beleuchtung zu bezeichnen, die drei LED´s (2x Frontlicht, 1x Führerstandsbeleuchtung) sind stehend mit ihren Füßen auf die Platine gelötet, bei der Montage des Gehäuses muss man aufpassen, diese nicht zu verbiegen.

Sound:

Der Sound, eine Eigenentwicklung von BLI, ist satt und passend, von F1 bis F12 sind genügend vorbildgerechte Zusatzgeräusche zu finden, die teilweise noch unterschiedlich wieder gegeben werden, je nachdem, ob die Lok gerade fährt oder steht. Über F5 und F6 lässt sich das Motorengeräusch während der Fahrt hoch bzw- runterreglen, um zum Beispiel das Rollen der Lok im Leerlauf simulieren zu können, ein nützliches Feature wie ich finde. Beginnt man am Handregler zu drehen, erhöht sich zuerst die "Motordrehzahl", erst dann fährt die Lok los. Nachteilig ist, dass bereits bei ca. 1/4 der Maximalgeschwindigkeit der Sound auf Volllast ertönt - hier ist es jetzt nützlich, dass man den Sound über einen Druck auf F6 runterregeln kann. Sicherlich kann man den Sound individuell über die Veränderung von CV´s entsprechend modifizieren, hier hatte ich aber keinen Erfolg. Der von mir verwendete Zephyr liefert nicht genügend Aussgangsspannung, umd den Sounddecoder zu programmieren, so dass ich Änderungen nur am Motordecoder vornehmen kann.

Fazit:

BLI hat mit der Blue Line solide Modelle im Angebot, die mit knapp 125 Euro für eine "Analoge Soundlok" als günstig zu bezeichnen sind. Über die eine oder andere Macke kann man sicherlich hinwegsehen, hier sollte man aber bei zukünftigen Modellen die Qualität verbessern.