Florida Central Railroad

  • Das driftet ins Politische ab, aber trotzdem mal ein paar Gedanken dazu - ob das jetzt speziell auf die Florida Central zutrifft, weiß ich nicht. Und ich versuche, das ohne Wertung aufzulisten:


    - In den USA gibt es in einigen Regionen viel mehr sehr arme Menschen als in Deutschland. Dementsprechend auch mehr Leute, die für vergleichsweise sehr wenig Geld sehr viel arbeiten. (In anderen Regionen gibt es dagegen eigentlich nur Menschen mit mehr als $100.000/Jahr und Obdachlose)
    - In den USA sind Krankenversicherung und Altersvorsorge zu 95% das Problem jedes Einzelnen, der Arbeitgeber muss keine Beiträge leisten
    - In den USA (und auch GB) gibt es die Tendenz, erstmal zu machen. Wenn etwas schief geht, wird jemand verklagt, auch gerne auf horrende Summen, und wenn er die nicht zahlen kann, geht er bankrott (und der Geschädigte hat Pech). In Deutschland muss man tendenziell vorab nachweisen, dass man alle Vorschriften einhält und ausreichend Geld in der Hinterhand hat, um Schäden zu regulieren (oder sich entsprechend versichern und dann wird die Versicherung diverse Bedingungen stellen - Stichwort Berufsgenossenschaften...). In Deutschland gibt es vorsorgliche Prüfungen, in den USA wird erst nach dem Unfall gefragt, wann die Bremsen das letzte Mal inspiziert wurden. Das hat auch Auswirkungen auf Wartungsintervalle und Wartungskosten.


    Das bitte alles nur als Tendenzen, nicht als Absolutismen verstehen - Deutschland ist groß, in Stuttgart oder Frankfurt Innenstadt werden Dinge anders gemacht als auf Hallig Hooge oder im tiefsten Allgäu, und die USA sind noch viel größer und diverser. Aber es kann dazu führen, dass die DB Cargo AG (oder wie sie gerade heißt) ganz andere Kosten-Nutzen-Rechnungen aufmachen muss als die OHE oder die Union Pacific oder die Florida Central.


    MfG, Heiko

  • Hallo,


    Bezug nehmend auf die verlinkten Youtube Videos (Siehe Unterforum Medien) ist mir die wirtschaftliche Existenz der Florida Central Railroad ein Rätsel. Mehr als die Hälfte der Weichen endet im Nichts, sehr viele Gleisanschlüsse sind seit Jahren nicht benutzt (dem Rost, Unrat und Grünzeug darauf nach) und ein anderer Teil wird zum Abstellen von überzähligen Wagen benutzt. Das Roster ist voll mit CF7, GP7 und GP9.
    Da vergleiche ich gern mit einstigen gut funktionierenden Gütergleisen in Deutschland die sich angeblich von gestern auf heute nicht mehr rechnen. Was machen die Amis wirtschaftlich so viel anders? Löhne müssen gezahlt werden, Betriebsstoffe, Unterhalt Steuern ...
    Der Verdacht liegt nahe, daß in Deutschland der Aufwand zur Gleisunterhaltung bewußt übertrieben hoch angelegt wurde und der Schienengüterverkehr wissentlich unrentabel gemacht und gerechnet wurde.

    Gruß Markus


    H0 & Digital & mit Sound


    Conrail, Norfolk Southern , CSX ... und BNSF ist auch ganz nett

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