• Hallo,


    das fällt oberflächlich gesehen eigentlich unter Decoderinstallations. Da hier jedoch neben der Digitalisierung einige Umbauten gemacht wurden, dürfte es hier besser aufgehoben sein.

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    Im Herbst letzten Jahres habe ich mich einer USA Bestellaktion eines Forumsmitglieds angeschlossen und so nur anteilig Versandkosten gehabt.

    Der bekannte Fachhändler aus FL hatte auf Grund des Schweinezyklus mal wieder eine Schwemme an diesen Lokmodellen gehabt und man hatte eine gewisse Auswahl. Man konnte das Modell in blank Messing, aber leider durch den berüchtigten roten Schaumstoff ziemlich rot eingefärbt. Dann ein Modell im komplett schwarz lackiert. Und dann eben dieses Modell. Die aufgerufenen Preise waren für alle 3 Modelle gleich.


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    Zum Modell:

    Nach den mir vorliegenden Informationen wurde es von Samhongsa in Korea 1977 im Auftrag von Key Imports mit einer Auflage von 1000 Stück gefertigt. Das Modell hat schon einen hochwertigen Can Motor. Dieser ist zwar über eine Schlauchkupplung mit dem Getriebe verbunden, hat aber schon einen sog. Tatzlagerantrieb bei dem Motor und Getriebe über einen am geriebe angeschraubten Ausleger fest verbunden sind. Mir ist die Lok mit Running Issues verkauft worden, d.h sie lief nicht. Ursache war mal wieder ein verhärteter und zerbröselter Gummischlauch.

    Mittlerweile habe ich am Antrieb herumgeschraubt und eine Gelenkupplung von NWSL eingebaut. Damit läuft die Lok analog getestet jetzt einwandfrei. Die Federung funktioniert, alle Räder bleiben auch bei Diagonalverwindung das Gleises auf der Schiene. Ich werde am Fahrwerk wohl nichts ändern müssen. Ausnahme bleibt die Abfederung des Vorläufers.




    Zum Vorbild:

    Das Vorbild entstammt einer Serie von 76 Loks die von Burnham, Parry, Williams & Co. , einer der Vorläufer von Baldwin, zwischen 1888 und 1890 in verschiedenen Baulosen gefertigt wurden. Das Vorbild des Modells wurde 1890 an die damalige D&RG (ohne Western!) geliefert. Von der Denver & Rio Grande wurde sie als Class 113 eingeordnet und bekam die Bahnnummer 583. Nach der Neugründung der Denver & Rio Grande Western bekam sie 1924 die Klassenbezeichnung C-28 und die Bahnnummer 657.

    https://digital.denverlibrary.…30coll22/id/47520/rec/131

    So sah die Lok 1920 aus.

    1947 wurde sie an die San Luis Central Railroad, eine private Nebenbahn im San Luis Valley, verkauft wo sie die Bahnnummer 103 bekam. Bei der neugegründeten Nachfolgegesellschaft San Luis Valley Southern Railroad war sie dann noch bis 1956 im Einsatz. Sie blieb glücklicherweise erhalten und wurde 1962 an das Colorado Railroad Museum in Golden/CO verkauft wo sie sich noch Heute befindet. Während viele Schmalspurloks der Rio Gande überlebten, ist diese Lok einzige noch erhaltene Normalspurlok der Rio Grande.

    http://www.rgusrail.com/cocrm.html#drgwc28683

    So sieht sie Heute aus. Der Kesselmantel ist grün lackiert. Die Rauchkammer ist nicht isoliert und daher mit Graphitpaste angelegt.


    Das wirft natürlich weitere Fragen auf.

    https://digital.denverlibrary.…30coll22/id/47581/rec/122

    Eine Schwesterlok aufgenommen 1916. Da war diese Lok mit Baujahr 1888 schon 28 Jahre alt, nicht mehr der letzte Schrei, aber noch sehr gepflegt. Bei Ablieferung müssen diese Loks den traditionellen spitzen Kuhfänger besessen haben. Man beachte auch den 2. Sanddom. Wahrscheinlich haben sie bei Ablieferung schon eine Druckluftbremse gehabt, bin mir aber da nicht sicher.

    Die automatischen Kupplungen sind vermutlich später zugerüstet worden. Hier eine Besonderheit bei einigen Loks, es gibt die Möglichkeit gleichzeitig eine 2. Kupplung seitlich versetzt und etwas tiefer angeordnet anzubringen. Damit kann man dann auf 3-Schienengleisen Schmalspurwaggons ankuppeln. Elektrische Beleuchtung, moderne Scheinwerfer, Rangierertritte, andere Tender u.v.m. sind spätere Zutaten.


    In Bezug auf das Modell betrachtet, liegen hier gewisse Mischzustände vor.


    https://digital.denverlibrary.…30coll22/id/47545/rec/163

    Hier habe ich eine Lok der gleichen Bauart gefunden bbei der es so aussieht, als ob der Kessel mit einer anderen farbe lackiert ist. Aufnahmedatum 1926.


    https://digital.denverlibrary.…30coll22/id/47496/rec/175

    Eine Lok in verranzten Betriebszustand 1925. Hier fällt der größere Tender auf.


    http://www.drgw.net/gallery/v/…html?g2_imageViewsIndex=1

    Die Lok hat den kleineren Tender wie er auch am Modell vorhanden ist. Es gibt hier keinen 2. Sanddom.


    http://www.drgw.net/gallery/v/…html?g2_imageViewsIndex=1

    Großer Tender, aber modernerer Scheinwerfer.


    http://www.drgw.net/gallery/v/…html?g2_imageViewsIndex=1

    https://digital.denverlibrary.…30coll22/id/47556/rec/174

    https://digital.denverlibrary.…30coll22/id/47594/rec/184

    https://digital.denverlibrary.…30coll22/id/47559/rec/183

    https://digital.denverlibrary.…30coll22/id/47495/rec/164

    Die #660 fällt durch die verschieden ausgeführten Radsterne auf.


    Die Rio Grande hat nach Herzenslust an ihren Loks herum gebastelt. Eine geschlossene einheitliche Baureihe wie wir sie es hierzulande kennen ist das nicht. Das waren sie vielleicht einmal bei der Ablieferung neu ab Fabrik. In etwa vergleichbar wie bei der hiesigen BR50 der DB mit ihrem vielgestaltigen Äusseren.

    Pragmatisch gesehen kann man hier fast gar nichts falsch machen, alle Kombinationen sind erlaubt, die Durchsicht vieler Fotos hat dieses Gesamtbild ergeben.

    Man könnte sich jetzt auf ein konkretes Vorbild einer einzigen Lok einschiessen und dieses vollkaskomässig genau nachbilden. Ich habe aber keine Lust dieses gut lackierte Modell auseinander zu reissen um die notwendigen Änderungen vorzunehmen. Es müssten ausserdem noch Teile besorgt werden, ein neuer Tender würde auch darunter sein. Danach wäre die Lackierung reif zum Abbeizen und Neulackieren. Bei der L-105 Challenger bin ich diesen Weg gegangen, die war aber noch blank.

    Die andere Möglichkeit wäre, ich nehme die Lok optisch so wie sie jetzt ist, mache die notwendigen Arbeiten für DCC, Beleuchtung, Sound und erkläre sie zur betriebsfähigen Museumslok.

  • Moin Lutz,

    schon ein schickes Teil, mir fällt so ein bisschen das rote Dach ins Auge, gab es das so tatsächlich oder gehört das eher in Richtung künstleriche Freiheit?

    Ansonsten kann ich es schon verstehen das Problem mit dem spezifichen Modell nach Vorbild bei der D&RGW, ist ja auch Jahreszahlenabhängig. Hatte ich so auch bei der C-25 da ist bei gefühlt jedem Bild irgendwas umgebaut und sei es nur der Kuhfänger aber auch an der Cab haben die oft geschraubt...


    Grüße


    Sven

    Grüße aus der Werkstatt der NC&GR RR


    ''Wenn etwas nicht fertig wird dann fange etwas neues an in der Hoffnung das dieses fertig wird'' :whistling:

  • Hallo Sven,


    ich bin mir da auch nicht sicher mit dem roten Dach. So habe ich sie jedenfalls gekauft und werde das vorerst so lassen. Irgendwann tauchen mal Fotos auf die das belegen oder widerlegen, ich sehe das jedenfalls ganz entspannt.


    Die Rio Grande war ein Meister was Improvisation angeht. Vor einigen Jahren habe ich das auch schon feststellen müssen als ich eine Westside L-105 auch optisch aufgehübscht habe:

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    Von den 15 Loks war jede anders, Rohrleitungsführung, Anzahl der Schmierpumpen und viele viele andere Details. Uns wie Du schon erwähnst, bei den Fotos das Datum des Aufnahmezeitpunkts beachten.




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    Bei der C-28 haben ich dann angefangen.





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    Stromabnahme von möglichst vielen Rädern nach bewährtem Muster. Wegen der Art der Bremsennachbildung sind die Schleifer etwas tricky anzuordnen. Aber das ist die Basis für eine zuverlässige Betriebssicherheit des Modells.

    Der Vorläufer wurde hier zur Erhöhung der Betriebssicherheit mit einer selbstgewickelten Spiralfeder aus Bronzedraht abgefedert.

    Damit mir beim Handling nicht immer das RP-37 Kuppeleisen vom Bolzen rutscht, diese lösbare Sicherung.





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    Die ursprünglich ausgedachte Form der trennbaren elektrischen Verbindungen von Lok und Tender erwies sich als nicht praktikabel.

  • Hallo,


    die andere Lösung für die elektrischen Verbindungen. Ich bin mit mir selber ins reine gekommen hier keine Innenbeleuchtung des Cabs zu machen. Vom Vorbild ist das eine der Lokomotiven bei der die Stehkesselrückwand bis zur hinteren Rahmenquertraverse geht. Der Stehkessel füllt den größten Teil des Cabs aus, für Engineer und Fireman bleiben jeweils nur ein schmaler Gang links und rechts vom Stehkessel. Im Modell befinden sich innen auch so gut wie keine Details, also nichts wofür sich der Aufwand es zu beleuchten lohnt. Zudem ist das Cab hier nicht abnehmbar. Weitere Detaillierungsarbeiten und die Installation von LEDs würden hier sehr fummelige Methoden erfordern welche sonst beim Buddelschiffbau üblich sind.

    Durch den Verzicht auf diese Gimmicks kommt man hier dann mit nur 6 Kabelverbindungen aus.


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    Des weiteren habe ich mich entschlossen die 6-poligen Stecker und Buchse zu teilen. Beide wurde sie mit einem dünnen Kreissägeblatt in der Mitte geteilr, so dass sich bei Hälften verwenden lassen.

    Die Buchsen werden später unten am Boden des Tenders angeklebt. Um die Kabel nicht zu weit herunterhängen zu lassen wurde die vordere Stirnwand ausgenommen.





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    So sieht das dann versäubert aus. Zur besseren Positionierung werden stecker und Buchsen zusammen ausgerichtet.

    Die Buchsen werden dann auf einen 0,3mm dicken Kunststoffstreifen aufgeklebt und dieser wiederum von unten auf den Boden.





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    Ab Buchse kann dann wieder mit den genormten NMRA Standardkabelfarben gearbeitet werden. Das erleichtert auch die Orientierung.

    Durch das Ausnehmen der Stirnwand und die so ermöglichte höhere Anbringung der Buchsen behindern sie vordere Drehgestell nicht.





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    Weil das Tendergehäuse in diesem Fall unten ein rundherum umlaufendes Bord hat wider Platz eng. Von daher auch die schwarzen Markierungen mit Filzstift auf dem Boden. Ich musste leider auf etwas kleinere Lautsprecher ausweichen, weil auch in der Höhe der Platz sehr begrenzt ist. Deswegen auch die Miniaturausführung des Sounddecoders und es ist nur ein kleiner Speicherkondensator möglich. Aber bei Stromabnahme von ingesamt 16 Rädern im Zusammenspiel mit Federung und Wipplagerungen düfte das so gut wie keine Rolle spielen.

    Die 2-polige Steckbuchse ist für den hinteren Scheinwerfer. Sorgfältig mit Schrumpfschlauch isoliert weil Messing eben elektrisch leitend ist.

  • Hallo,


    Bei der Lok sieht es jetzt so aus.

    Vorher musste ich noch die zu groß geratenen Achslagerführungen im Rahmen durch Beilagen aus Cu-Blech auf eine genaues Stichmaß bringen. Damit läuft die Lok jetzt "rund" ohne Klemmer und sonstige Ungleichmäßigkeiten. Ab Werk ausgelögelte Achslagerführungen sind mir seltsamerweise bislang nur bei Modellen von Key untergekommen. Samhongsa hat ja auch für andere Importeure gefertigt und bei diesen Modellen waren die Achslagerführungen nur mit geringen Spiel.





    Der Original Can Motor lief analog getestet ganz ausgezeichnet und wurde daher beibehalten. Hier hatte man schon ein sog. Tatzlagerantrieb gemacht bei dem die Motorhalterung direkt am Getriebegehäuse angeschraubt ist. Hier war der jedoch mangelhaft ausgeführt. Die Motorhalterung war nur mit je einer M1 Schraube links und rechts befestigt. Damit war die Halterung nicht ausreichend fest und konnnte sich gegenüber dem Gehäuse bewegen. Man kann auch Schrauben mit M1 Gewinde nicht ausreichend fest anziehen. So war das einen labberige Angelegenheit die nur durch den Gummischlauch zw Motor und Schneckenwelle an verdrehen gehindert wurde. Als das Gummi dann hart und brüchig wurde ging gar nichts mehr, das war dann Running Issue.

    Ich bin dann hingegangen und habe die Gewindebohrungen auf einen Kernlochdurchmesser für M1,4 aufgebohrt und auch noch 2 weitere Gewindebohrungen gesetzt. Mit jetzt insgesamt 4 M1,4 Schrauben ist diese endlich fest. Es mussten 2 von den M1,4 Schrauben noch gekürzt werden um nicht mit dem Zahnrad zu kollidieren. Weil es Kreuzschlitz-Flachkopfschrauben sind, passen die noch so gerade eben zwischen die Rahmenwangen.

    Den zerbröselten Gummischlauch habe ich durch NWSL Gelenkwellenteile ersetzt. Obwohl ich hier schon den kurzen Hundeknochen genommen habe, mussten Motor- als auch Schneckenwelle noch etwas gekürzt werden.





    An der Lok wurde dann noch eine selbstgefertigte Übergangbrücke aus Messing-Riffelblech angebracht. Durch etwas überdimensionierte Ösen bleibt die Brücke auch nach dem Lackieren leicht beweglich. Da Lok und Tender durch die veränderte Stromabnahme das gleiche elektrische Potential haben, braucht hier auch nicht isoliert werden.





    So sehen Lok und Tender dann gekuppelt aus.

  • Hallo,


    Nach dem Zusammenbau erfolgten die ersten Probe- und Einstellfahrten.





    Die Abdeckscheiben der Scheinwerfer sind eingesetzt.





    Technisch gesehen bin ich mit dieser Lok jetzt fast fertig. Es werden noch ein paar optische Kleinigkeiten gemacht werden, wie lohfarbener Sonnenschutz.


    Jetzt geht es darum den richtigen Sound zu finden. Das Vorbild dieser Lok ist zwar museal erhalten geblieben, aber nur als nicht betriebsfähiges Ausstellungsstück.

    Hier kann ich mich jedoch an den zahlreich betriebsfähig erhaltenen Schmalspurloks der Rio Grande orientieren. Ähnlich Kesselgrößen, Blasrohrdurchmesser und Zylinderabmessungen lassen auf ein ähnliches Klangbild schliessen. Wie gesagt, es gibt in diesem Fall keine Möglichkeit Tonaufnahmen von der Lok zu bekommen genau so wie sie vom yx-ten auf den xy-ten mit der undichten Leitung im Bw xyz über Nacht gestanden hat. Man wird also mit den zur Verfügung stehenden Quellen und dem vorhandenen Material arbeiten um das möglichst Beste daraus zu machen.


    Es gibt ein kleines Video vom Fahrverhalten der Lok im "Unterforum Digital, Sound, Elektronik und Elektrik" unter "Es funktioniert!"

  • Hallo,


    durch Zufall habe ich einen Schmalspurwagen als Auftragsarbeit zwecks DCC und Soundeinbau bekommen:

    In diesem Forum muß ich nicht extra daruf hinweisen, daß das kein Mittelleiter, sondern eine 3. Schiene im Gleis ist.





    Und so klappt das dann auch mit dem direkten Ankuppeln einer normalspurigen Lok an einen schmalspurigen Waggon.





    Und hinten auch.


    Beim Modell der Lok war das ab Werk so nicht vorgesehen. Beim Vorbild dagegen schon. Die D&RGW hat sich spezielle Aufnahmen für Kupplungsköpfe mit 3 Taschen gießen lassen. Die mittlere obere Tasche ist für die Normalspurkupplung. Die beiden unteren aussermittig versetzten Taschen sind für Schmalspurkupplungen. So kann man den Kupplungskopf nach Bedarf links oder rechts einstecken. Beim Vorbild werden sie nur von einem Durchsteckbolzen gehalten.

    Am Modell der Lok ist diese spezielle Kupplungsaufnahme vorne nachgebildet worden. Ab Werk war in der mittleren Tasche eine Zierkupplung eingesteckt und mit einem Bolzen aus Draht gehalten. Die Zierkupplung habe ich durch eine funktionsfähige Kupplung aus Kunststoff ersetzt wegen der elektrischen Isolierung. Es gibt bei der SWD ja doch einige Mitspieler welche ihre Messingwagen während der Sessions einsetzen. Davon sind einige nur 1-seitig isoliert und jetzt die Kadee Kupplungen aus Metall in nicht isolierten Kuplungsaufnahmen ...


    Ist dann jedenfalls nicht meine Schuld wenn die Booster abschalten. :hogri:


    Hinten am Tender habe ich die offizielle Narrow Gauge Kupplung von Kadee angebracht. So richtig gefällt mir das nicht. Hier habe ich wegen der Narrow Gauge Coupler Box improvisieren müssen. Aber da habe ich auf einen anderen Umstand gestossen. Bisher war es so, die klassische Kadee #5 hatte die "Normalgrösse" und die ebenfalls klassische Schmalspurkupplungen #713 rsp. #714 waren im Vergleich zur #5 nur 3/4tel so groß. Wie es auch beim Vorbild der Fall ist.

    Jetzt gibt es aber schon seit geraumer Zeit bei Kadee die #58 und daraus abgeleitete Varianten welche eine maßstäbliche Größe des Kopfes aufweist.

    Des weiteren verwendete die Rio Grande auch für ihr schmalspuriges Rollmaterial die gleichen Kupplungsköpfe wie bei der Normalspur.

    Daraus folgt für den Modellbahner: Auch für das Schmalspur Rollmaterial werden zukünftig die #58 und ihre Derivate genommen. Sie haben praktisch die gleiche Größe wie die #713/714, sehen aber besser und vorbildgetreuer aus.

  • Hallo Lutz


    dein Beitrag über die C-28 finde ich sehr interessant. Ich selbst habe eine derartige Lok im "Projektschrankt" zu liegen.

    - gleicher Hersteller

    - ebenfalls Dualkupplung


    Das Modell gibt es übrigens vom gleichem Hersteller ohne Dualkupplung


    Da ich Module mit DG-Gleisen habe, würde diese Lok da gut reinpassen. Allerdings bin ich noch nicht dazu gekommen die Lok zu überholen (gebrauchtes Modell) und zu digitalisieren. Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt eine Baldwin VO-660 mit Dualkupplung auszurüsten. Leider ist das nicht ganz einfach. Diese Lok hat nämlich an der vorderen Seite eine verschiebbare Kupplung. Sprich der Kupplungskopf kann einmal in die Stellung für SG-Wagen und zum anderem in die Stellung für NG-Wagen verschoben werden. An der Seite des Führerstandes sind zwei Kupplungen angebracht. Das im Modell funktionsfähig, die verschiebbare Kupplung, darzustellen traue ich mir nicht zu. Ein entsprechende Lok hätte ich, die Nummer 73 der D&RGW. Diese war entsprechend ausgerüstet.

    Also mal sehen wann das mit dem Steamer was wird.


    Gruß Wolfgang

  • Hallo,


    fertig war ja hier auch noch nicht.


    Diese Tender sind im Prinzip ein kurzer Flachwagen auf welchen ein hufeisenförmiger Wasserkasten gesetzt wurde. Hufeisenförmig deswegen, weil es vorne einen mehr oder minder halbkreisförmigen Ausschnitt gab. Dieser frei gelassene Raum war dann für die Lagerung des Kohlevorrats vorgesehen.

    Die Rio Grande hat hier den Wasservorrat vergößert indem man den vorderen runden Abschluß des Wasserkasten durch Einbauten weiter nach vorne zog. Am Modell ist das durch die sichtbaren Nietreihen zu erkennen. Damit verkleinerte man jedoch auch den Raum für die Kohle und sie musste jetzt oben auf dem Wassserkasten verstaut werden. So mancher Heizer dürfte laut geflucht haben wenn er bei schwindenden Vorräten oben auf den Wasserkasten steigen und die Kohle von hinten in den Bunkerraum vorne schaufeln musste. Und das Wetter in den Rockies kann auch ziemlich garstig sein.

    Um nach dem Umbau auch wieder die Menge Kohle wie vorher oder soagar mehr mitführen zu können, wurden die Seitenwände des Tenders durch Aufsatzborde erhöht.

    Hier habe ich mir die Praxis der Aufsatzborde von den noch reichlich vorhandenen Schmalspurtendern abgeschaut. Die Bretter sind Planken aus dem Schiffsmodellbau welche ich noch von einem anderen Projekt übrig hatte. Sie sind etwas rauh und schon abgesplittert, was aber hier nichts ausmacht, sondern im Gegenteil.





    Der Kohlehaufen aus Echtkohle wurde dann massiv aufgeschüttet ohne irgendwelche Kerne darunter. Das wurde dann mit einem Weißleim-Wasser-Spüli Gemisch durchtränkt und 24 Stunden aushärten gelassen.

    Eine Wanne unter dem Tendergehäuse fängt dann überschüssiges Leimgemisch auf.





    Danach hat man dann einen massiven Block aus Kohlestückchen der leicht speckig glänzt.





    Der Tender erhielt hinten dann noch ein durchgehendes Trittbrett für die Rangierer. Das wurde aus Messingprofilen zusammengelötet.





    Ein Blick auf den Einbauten innen. Die schwarzen Linien markieren die Lage des umlaufenden inneren Bodenrahmens unten am Tendergehäuse.







    Abschliessend wurden dann mit Farbe nachgearbeitet. An der Lok selber wurden die "Butzenscheiben" in den Seitenfenstern durch eine Verglasung aus klaren PS-Plättchen ersetzt. Dabei wurden auch die anderen Fenster in den Stirnseiten verglast. Da das Fhs. hier nicht abnehmbar ist, war die Arbeit und die erforderliche aufzubringende Geduld ähnlich derjenigen beim Buddelschiffbau.


    Damit betrachte ich die Arbeiten an dieser Lok erst einmal als abgeschlossen.

    Sie fährt, sie hat Sound und man kann wunderbar mit ihr Rangieren.



    @Mirko

    Die neue #705 ist mir leider erst hinterher aufgefallen. Die offizielle bisherige NG Kupplung ist eine ziemliche Fummelei zum montieren. Zudem weist sie keine vollständig geschlossene Box auf, nur eine Art Rahmen den man vorsichtig zusammenkleben musste. So ganz glücklich bin ich damit nicht.



    @Wolfgang

    Realistisch eingeschätzt, die höhen- und seitenverschiebliche Kupplung wird man am 1:87 Modell nur mit großen Schwierigkeiten realisiert bekommen. Der pragmatische Ansatz wäre vorne und hinten an der Lok je 2 Kupplungen anzubringen. Ausschnitte für die zusätzlichen Coupler Boxen in die Stirnplatten zu feilen dürfte einfacher sein.


    Also, laut Brass Guide gab es von der bei 1977 Samhongsa gefertigten und von Key importierten 1:87 C-28 nur eine einzige Auflage mit 1000 Stück. Die haben alle vorne diese 3-fach Aufnahmen und hinten am Tender Vorbereitung um die klassische Kadee #232 Coupler Box mit der #5 anschrauben zu können.

    ich habe hier stattdessen die neue schmale #262 mit dem Whisker #158 Coupler genommen. Das hintere Ende der Box musste ich sogar noch absägen damit sie nicht mit dem Bremsgestänge ins Gehege kommt. Aber nur bei dieser schmalen Box liess sich dann die 2. Aufnahme für NG daneben überhaupt erst anbringen.

  • Hallo Lutz


    du hast recht, dieses Modell gab es nur in der einen Ausführung mit Dualkupplung.

    Deine Empfehlung bei der VO-660 vorn und hinten je 2 Kupplungen anzubringen, na ja das entspricht aber dann nicht mehr dem Vorbild. Ich werde es erstmal sein lassen und mich auf die C-28 konzentriieren.


    Gruß Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    das kann jeder so halten wie er möchte.

    Ich für meinen Teil halte es so:

    "Bei jedem Projekt kommt irgendwann der Punkt wo man Fünfe gerade sein lassen muß, weil man sonst an seinen eigenen Ansprüchen scheitern wird."

    Bislang bin ich bei meinen Umbauten und Projekten ganz gut damit gefahren und habe auch 99% davon erfolgreich fertig gestellt. Was dann aber nicht ausschliesst mir das vollendete Projekt oder den Umbau nach Jahren noch einmal vorzunehmen und weiter zu verbessern. Anlaß sind meistens neue Technologien oder Bauteile die es vorher noch nicht gab.

  • Hallo Lutz,


    ja die Kadee #713 und #714 sind echt ein Graus beim Zusammenbauen. Man soll die Gehäuseteile mit einem Lötkolben zu einer Einheit verbinden. Es sind ja auch die empfohlenen Kupplungen für TT. Davon habe ich mich aber losgelöst, als ich feststellte, dass sie auch sehr gut mit den N-Kupplungen von Micro-Trains kuppeln. Da gibt es auch eine Auswahl an verschiedenen Typen, das Gehäuse hält von allein zusammen und der Abstand zwischen den Waggons ist auch noch kürzer.

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