BNSF kauft MRL (zurück)

  • Hallo,


    da habe ich heute beim Zähneputzen nicht schlecht gestaunt als mein email Postfach voller Benachrichtigungen aus der MRL Yahoo Group war. Normalerweise werden dort Live Sichtungen geteilt damit die Leute Fotografieren und diskutieren können. Was ich allerdings heute las war weniger erfreulich...


    Was Anfänglich noch etwas spekulativ formuliert war, konkretisierte sich um ca. 2 Uhr Morgens ziemlich eindeutig.

    https://railfan.com/bnsf-railw…cquire-montana-rail-link/

    Die Washington Corporation möchte ihr Portfolio verkleinern und wird deshalb den Langzeit Leasingvertrag für die ehemalige Northern Pacific Mainline durch Montana frühzeitig kündigen. Die BNSF als Nachvolgergesellschaft der BN und NP hat hierbei ein Vorzugsrecht auf die Habseligkeiten der MRL.

    So wie sich der Artikel liest, wurde das ganze schon ziemlich genau geplant und es fehlt nur noch die Zustimmung der STB.

    Es sollen alle Jobs, Werkstätten und Gewerkschaften bei (ähnlicher !) Bezahlung erhalten bleiben. Was allerdings noch vollkommen offen ist, ob die Loks und Wagen ebenfalls übernommen werden oder verkauft werden.


    Vielleicht sollte ich diesen Sommer doch noch mal nach Montana reisen um ein paar lezte Bilder von perfekt gepflegten blauen Dieselloks in malerischer Landschaft zu machen.

  • Tjaaa...mein morgendlicher Toilettengang war auch schon mal entspannter wie heute, als die traurige Nachricht ankam.


    Gerüchte, wonach die zukünftigen Erben der Washington Corporation nur wenig Interesse an der MRL zu zeigen scheinen, gab es bereits vor zwei bis drei Jahren. Dann gibt es den sinkenden lokalen Verkehr (u.a. Holzindustrie). Und weiter besteht bei der BNSF schon seit sehr langem Interesse, den bis 2047 laufenden Mietvertrag für die Hauptstrecke von Huntley, MT, bis Sandpoint, ID, aufzulösen. Angesichts der Tatsache, dass der allergrösste Teils des Verkehrs über die MRL BNSF bridge traffic ist, ist das Intersse der BNSF nur logisch.


    Bzgl. Rollmaterial kann ich mir vorstellen, dass die SD70ACe von der BNSF übernommen werden - nur schon für die Helper-Einsätze, welche ja nicht wegfallen. Alle anderen Loks - die SD40-2XR, GP35, GP9, zwei SD45 und eine GP40 - werden wohl verschrottet oder bestenfalls verkauft.


    Aus "Railfan-Sicht" hat die MRL ja schon seit Jahren stark "abgegeben". Diverse locals wurden eingestellt, die Loktypenvielfalt wurde stark reduziert (F45, SD45, SD45-2, SD9, SD35, SW1200) und das neuste Farbschema mit dem "Meatball" und ohne "Montana" war auch nicht mehr so attraktiv. Trotzdem schmerzt mich als MRL-Fan seit 30 Jahren diese Veränderung schon sehr. Und damit bin ich kaum alleine.



    Thomas

  • Oha - das ist ein Hammer...ein echter Verlust für die railfan-Szene :motz: ! Um die Bezahlung beim neuen alten Eigentümer würde ich mir weniger Gedanken machen - ich glaube aber eher nicht , daß alle Angestellten übernommen werden.

    beavis Jörgen beavis


    "ALS DEIN ANWALT EMPFEHLE ICH DIR , MIT HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT ZU FAHREN !"



  • Obwohl selbst kein MRL-Freund - schade drum. Und hoffentlich gebt Ihr MRL-Fans jetzt eure eindrucksvollen Anlagen nicht auf.

    Als USA-Bahninteressierte sind wir ja alle ziemlich fusions- und bankrottgestählt.

    Trotzdem kann es nerven, wenn man sich für einen "Gegenwartsbetrieb" im Modell entschieden und den Fuhrpark über Jahre hinweg mühsam zusammengesammelt und/oder gebaut hat und nun so etwas - ab ins Fallen Flag-Archiv.

    Wobei man dann als Fan noch froh sein muss, wenn eine Route im Vorbild überhaupt erhalten bleibt und vom neuen Eigentümer auch genützt wird. Da gibt es ja einige Beispiele, wo nach einer Fusion auf den Gleisen statt emsigem Betrieb die dröhnende Stille herrscht.

    Aber ob das Neue dann ins eigene "Begeisterungsschema" passt, wenn allgegenwärtige Standardware herrscht a la UP, BNSF, WATCO, Genesee & Wyoming... na ja.

    Der Gedankengang im Parallelfaden zum Thema Freelancing wird auch deswegen noch attraktiver.

  • Trotzdem kann es nerven, wenn man sich für einen "Gegenwartsbetrieb" im Modell entschieden und den Fuhrpark über Jahre hinweg mühsam zusammengesammelt und/oder gebaut hat und nun so etwas - ...

    Ein "Gegenwartsbetrieb" auf der Anlage stelle ich mir etwas gar teuer und umständlich vor, wandelt sich doch Vorbild gerade in den USA ziemlich schnell. Ein einziges mir bekanntes Bsp. wäre die Utah RR, notabene eine Freelance-Anlage. Dort werden oder wurden Fahrzeuge, betriebliche Belange etc. stets auf einem glaubhaft aktuellen Stand gehalten.

    Alle anderen mir bekannten Anlagen weisen entweder einen wilden Mix an Zeitepochen oder einen fix definierten Zeitraum in der Vergangenheit auf. Bei mir ist dieser relativ eng definiert mit "Frühherbst 2005".



    Thomas

  • Dass die MRL derart überlastet sein soll, wie das der Trains-Kommentar angibt, lese ich zum ersten Mal. Klar, es gibt immer mal Tage, an denen es zu höheren Frequenzen kommt. Dies vor allem dann, wenn die nördlich BNSF-Linie zu ist. Und natürlich stauen sich die Züge vor dem Bozeman- und Mullan-Pass - vor allem in westlicher Richtung, in der jeweils helper sets benötigt werden. Diese Nadelöre lassen sich aber nicht einfach so mit etwas "Ausbau" beseitigen.


    Die Wieder-Inbetriebnahme des Homestake Passes inkl. Richtungsbetrieb war immer mal wieder ein Thema. So waren vor zwei...drei Jahren auch mal Teams der MRL und der BNSF vor Ort und haben Abklärungen getroffen. Allerdings weist die Linie über den Homestake grosse Steigungen und viele Kurven auf. Auch dort würden wohl helpers benötigt. Zudem verbleibt ja dann imemr noch der Bozeman Pass.


    Die MRL-Linie wurde in den letzten Jahren durchaus auch ausgebaut. So gab es z.B. vor ein paar Jahren ein langes siding in der Gegend um Austin an der Ostseite de Mullan Pass.



    Thomas

  • Dass vor ein paar Jahren mal intensiv über die Reaktivierung des Homestake Pass nachgedacht worden ist hab ich mitbekommen. Das MRL Forum war voll mit High-Railer Sichtungen. Also ich denke schon dass die Öffnung einer zusätzlichen Route für Ostfahrerdurchaus sinn machen würde.


    Das Problem was am Mullan Pass aber bestehen, bleibt aber weiterhin. Selbst wenn die Züge nicht mehr auf entgegenkommende Eastbounds warten müssen, müssen doch die Helper Sets wieder retour fahren. Macht vom Zeitfenster her wahrscheinlich gar keinen so großen Unterschied ob es ein ganzer Zug oder 4-5 Loks sind...


    Boozeman Pass ist wieder ein anderes Thema. Da müsste man dann vielleicht wieder den 16 Mile Canyon reaktivieren:P

  • Im Text geht es nicht um eine Überlastung der MRL, sondern der BNSF. Die MRL könnte für Entlastung sorgen, schafft das aber nicht

    Da hast Du Recht. Ich hatte den Text am Morgen gelesen und erst am Nachmittag geantwortet. Kurzzeitgedächtnis und so... :)


    Schlussendlich geht es aber darum, ob die MRL-Strecke genügend Kapazität hat resp. dass die MRL nicht bereit sei, Mehrkapazität zu schaffen. Die BNSF schickt ja schon heute resp. seit jeher bei vergrössertem Kapazitätsbedarf vieles über die MRL. Und dabei habe ich bislang nichts von "zu wenig Kapazität" mitbekommen. Allerdings wäre es denkbar, dass sich dies in Zukunft ändert. Jedenfalls hat die BNSF damit begonnen, überlange oder kombinierte Züge auch über die MRL zu schicken. Und dafür reichen viele sidings nicht aus.



    Thomas

  • ...Also ich denke schon dass die Öffnung einer zusätzlichen Route für Ostfahrerdurchaus sinn machen würde....

    Ein wiedereröffnter Homestake Pass wäre natürlich schon interssant.
    Nach meinem aktuellen Wissensstand sollen die branches bei der Washington Corp. verbleiben - und zwar nicht nur die inaktiven, sondern auch die noch genutzten. Das würde somit auch Logan - Whitehall - Spire Rock und somit den Zulauf zum Homestake Pass betreffen. Aber vielleicht will man sich diesen Abschnitt für spätere Verhandlungen aufsparen.


    Thomas


  • Nach meinem aktuellen Wissensstand sollen die branches bei der Washington Corp. verbleiben.

    Stimmt. Wer lesen und sich daran erinnern kann...

    Die 5th Sub hatte ich eigentlich gar nicht so am Schirm weil sie ja im Gegensatz zu den anderen Branches noch befahren wird.

    Da aber der Steinbruch in Spire Rock auch zur Washington Corp. gehört ist es eigentlich nur logisch.

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