Industrie Layout in H0

  • Hallo Jochen,


    diese Reihenfolge des Gleisbaus war früher auch beim Pilzselbstbaugleis empfohlen worden. Ich habe jedoch, wie schon geschrieben, keine guten Erfahrungen damit gemacht. Der Aufwand, der betrieben werden muss, wenn etwas justiert werden muss, ist immens bzw. es ist eine Justierung nicht möglich und ein Neubau erforderlich, was natürlich meist mit einem Totalverlust des Materials einher geht.
    Bei der anderen Reihenfolge kann dagegen im Großen und Ganzen nichts schief gehen. Diese wird auch von den meisten angewendet. Auch wenn "Fasttracks" es anders herum empfielt, solltest Du doch mal ein Stück in der beschriebenen Reihenfolge bauen und dann entscheiden, was besser für Dich ist. Beim Einschottern stören die Schienenprofile in keiner Weise. Das "Einkehren" des Schotters in die Schwellenfächer geht eher einfacher. Abgesehen davon geht der gesamte Gleisbau bedeutend schneller voran. Du kannst auch genau die gleiche Bauweise wie bei der Verwendung von Flexgleis anwenden. Vor allem aber auch beim Bau der Weichen ist Baufreiheit erforderlich.


    1,2 mm Korngröße ist ein wenig grob. Das wären Steine von ein wenig über 10 cm Durchmesser.


    Hier mal meine "Produktionslinie" für die Schotter-, Kies- und Bodenmaterialherstellung.



    Der Aufwand ist sehr gering, die Auswahl unbegrenzt, der Preis ist nur die relativ geringe Arbeits- bzw. Hobbyzeit, die "Werkzeuge" hat man in der Regel zu Hause und deshalb ist das selbst hergestellte Material durch gekauftes nicht zu schlagen. Der einzige Nachteil ist der Staub. Deshalb sollte das Sieben nicht in dem Raum, in welchem sich die Modellbahn befindet, vorgenommen werden.


    Grüße Tom


    PS: Da gab es eine Überschneidung mit Markus. Es ist genau, wie er schreibt. Die Schwellen im Bereich der Schienenprofile und Nägel nehmen den Rost auf und sehen dort eben auch wie Rost aus. Eine scharfe farbliche Trennung wirkt nicht so gut.


    Grüße Tom

  • Beim Vorbild liegen die Schienen und Nägel aber auf den Schwellen wenn sie zu rosten beginnen. Das im Modell strikt zu trennen sorgt zwar für schöne Trennkanten, ist aber wenig vorbildgerecht. Ich würde die Schwellen lackieren und dann mit Acrylfarbe granieren und wenn alles trocken ist erst schottern.

    Gruß Markus


    H0 & Digital & mit Sound


    Conrail, Norfolk Southern , CSX ... und BNSF ist auch ganz nett

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für Eure Antworten.
    DL109: wenn die Schwellen eingeschottert sind sehe ich mir das Gesamtbild nocheinmal an. Dann kann ich die Schwellen noch vorsichtig aufhellen.
    @ Industryave: Deine beiden Module sehen schon sehr gut aus. Genau so wie Du möchte ich auch meine Siding einschottern.
    Hier die richtige Mischung zwischen Schotter und Sand und wie Tom schreibt "Dreck der Zeit" zu bekommen ist glaube ich sehr schwierig.
    In meinem ersten Versuch hatte ich den Sand zu sehr über den Schotter verteilt, so das es mehr nach vermischtem Material aussah und nicht
    Nach einem Schotterbett das im Lauf der Zeit mit Bodenmaterial Sand mal mehr und mal weniger zugesetzt wurde.
    @ Tom: Ja es war mein Plan die Schwellen, nachdem ich diese gealtert habe, einzuschottern und dann die Schienen drauf zu bauen.
    Hierdrin sehe ich den Vorteil das das einschottern einfacher geht, da keine Schienen im Weg sind. FastTrack gibt das auch so an.
    Ein Problem sehe ich bei Straßen und Bahnübergängen. Diese können erst gebaut werden wenn die Schienen liegen, es wäre aber gut
    wenn diese beim einscottern bzw. verteilen des Sandes auf dem Untergrund schon da wären.
    Für die elektrischen Anschlüsse und den Stellhebel der Weiche habe ich die Löcher schon gebohrt.
    Wie gut die Schienen später passen weiß ich noch nicht, damit habe ich noch keine Erfahrung. Das ist mein erstes Stück Gleis das ich verlege.
    Auf jeden Fall haben die fehlenden Schwellen beim entfernen der Schotters und Sands schoneimal geholfen.
    Der Sand war mir zu dunkel und zu rot, ich habe nun eine Mischung aus 3/4 Sandkastensand und 1/4 Vogelsand.
    Den Sandkastensand habe ich zuvor gesiebt auf 1,2 mm.
    Beim Schotter bin ich noch am Testen. Das abfärben der Beize stört mich noch. Wenn ich eine Mischung mit 1:1 verwende färben die Schwellen
    trotzdem ab. Als letze Möglichkeit sehe ich noch das lackieren der Schwellen mit Klarlack.
    Auch die Schienen habe ich vorher mit einer Braunmischung lackiert. Das ging mit Airbrush sehr einfach und schnell.
    Beim verlegen wird die Farbe nicht überall drauf bleiben, aber dann muss ich nur ein paar Stellen plus die Schienennägel nachlackieren.
    Die komplette Farbgebung später zu machen hat das Risiko alles zu versauen. Da ich von diesem Thema noch überhaupt keine Ahnung habe
    Erschien mir dieser Weg als der sichere.
    Mal sehen ob es klappt.


    Gruß Jochen

  • Hallo Jochen,


    nur mal zu meinem Verständnis; willst Du Schotter aufbringen bevor Du das Schienenprofil verlegt hast oder ist das ein still gelegter Abschnitt, wo nur noch die alten Schwellen liegen geblieben sind ?
    Wenn Du diese Baureihenfolge anwendest, kannst Du aber arge Probleme bekommen, wenn etwas justiert werden muss, die elektriscenen Verbindungen hergestellt werden und auch bei der farblichen Behandlung. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
    Bei meinen Logging Layouts hatte ich bei einem gänzlich und bei den anderen zum Teil auf Echtholzschwellen verlegte Gleise und Weichen. Ich habe damals vor der farblichen Behandlung die Gleisanlagen fix und fertig gebaut, elektrisch angeschlossen und intensive Probefahrten durchgeführt, so lange bis alles wirklich absolut störungsfrei funktionierte. Danach habe ich die vorhandenen Pertinaxschwellen und die Schienenprofile mit Humbrol #96 matt gestrichen. Das ist ein dunkleres Graubraun mit wenig Rotanteil, welches in getrocknetem Zustand dem durchschnittlichen Erscheinungsbild von längere Zeit genutzten Schienen sehr gut entspricht. Dabei habe ich die Schwellen abgeklebt, sodas ich sehr zügig einfach mit dem Pinsel die Farbe auf das Schienenprofil, die Schienennägel (Microengeneering) und einen sehr kleinen Bereich auf den Schwellen direkt neben dem Profil aufbringen konnte. Nachdem die Farbe vollkommen durchgetrocknet war habe ich die Schwellen in mehreren Arbeitsgänge lasiert. Umweltschutz hin oder her - zuerst mit der sehr extrem verdünneten Humbrolfarbe #96, dann mit dieser Brühe, die beim Pinselreinigen entsteht und dann mit extrem verdünnten mattem Schwarz. Die erste Lasur ist auf alles recht gleichmäßig drauf gekommen. Aber durch die unterschiedliche Saugfähigkeit des Holzes kommt es trotzdem zu einem sehr individuellen Aussehen der einzelnen Schwellen. Die Pinselreinigungsbrühe habe ich dann den Schwellen ungleichmäßig verpasst. Vorallem dort, wo nebeneinander liegende Schwellen zu gleich aussahen. Das Schwarz kam dann wieder auf alles, jedoch sehr vorsichtig und an den unterschiedlichen Stellen mit zwei oder mehr Lasurgängen. Mit dem Schwarz soll nur die Holzstruktur vetont werden. Nach dem wieder alles trocken war, habe ich mit lichtgrauer Akrylfarbe, welche mit einem harten kurzhaarigen Pinsel fast trocken sehr, sehr dünn und leicht über die Schwellen gewischt wird, die Oberflächen der Schwellen wieder etwas aufgehellt. Durch die Verbindung von rheller Oberfläche und dunklen Vertiefungen entsteht der Eindruck von längere Zeit schon liegenden verwitterten Schwellen. Diese verwendeten Farben werden dann auch nicht wieder durch Wasser gelöst.
    Der Schotter bei altem Gleis sollte dann aber auch nicht neu und sauber wirken. Wie schon mal weiter vorn geschrieben, siebe ich mir meinen Schotter selbst aus. Wenn du gekaufte Prodkte nutzt, könntest Du vielleicht mehrere verschiedene Sorten mischen. Ein nochmaliges Durchsieben des gekauften Schotters reinigt diesen und Du hättest gleichzeitig ausgesiebtes Material zur Verfügung, was dem des Schotters entspricht, aber durch die anderen Korngrößen eben doch etwas anders aussieht und dann den "Dreck der Zeit" im Gleis darstellen könnte. Ein wenig anderen "Dreck" in einer anderen Farbe aber der gleichen Körnung an verschiedenen Stellen ungleichmäßig dazu gemischt und das Ganze dann mit einem Pinsel in den schon verleimten Schotter "einmassiert" und dann mit einer weiteren Leimmischung verklebt, sollte gut aussehen.
    Zum Schluss noch hier und da einfach mit dem Pinsel die verschiedenen Lasuren über die Schienenprofile gewischt und etwaige glänzende Stellen am Profil aber auch zu helle oder zu herausstechende Schotterkörner übermalt, sollte zu einem guten Ergebnis führen.


    Grüße Tom

  • Ich befeuchte zuerst den Schotter nicht zu knapp mit einem Gemisch aus halb Wasser, halb Spiritus. Dann bringe ich den verdünnten Weißleim auf, dürften so etwa 60% Leim, 40% Wasser sein, dazu noch ein Schuss Spülmittel. Zum Auftragen dieser ganzen Plörren nehme ich eine Injektionsspritze, damit die Schwellen trocken bleiben.



    Wenn der Schotter durch das Kleben deutlich dunkler wird, dann hatte er zuvor einen hohen Staubanteil, d.h. er war nicht gewaschen. M.a.W.: Nimmt man Schotter, der bereits gewaschen wurde, dann bleibt er in der Helligkeit ziemlich unverändert, nachdem er geklebt ist.

  • Das die Schwellen heller werden und der Schotter dunkler, ist kein Nachteil. Andernfalls wär der Kontrast sowieso sehr gross, speziell die Schwellen finde ich sehr dunkel. Ich würd als erstes mal versuchen, wie du gesagt hats die Schwellen mit mattem Klarlack versiegeln, ev könntest du zum Schluss noch alles mit dem Luftpinsel mit Grau und BRowntönen nach Geschmack verwittern.

  • Meine Beize ist auf Wasserbasis :-(
    Das Wasser / Leimverhältnis habe ich nicht exakt abgemessen, ich denke ca. 10 : 1
    Der Schotter ist von Anita Dekor.
    Da ich aber nur H0 Schotter habe, und noch welchen Spur N benötige überlege ich nochmal bei ASOA zu bestellen.
    Ist der Schotterkleber und Fliesverbesserer zu empfehlen oder ist das im Grunde nichts anderes wie Wasser + Leim?
    Ich habe mein Wasser / Leimgemisch mit einer Injektionsspritze aufgetragen, das hat sehr gut funktioniert.


    Gruß Jochen

  • Frage: welchen Schotter verwendest Du?
    Welchen Leim und in welchem Mischungsverhältnis?
    Ist Deine Beize auf Wasser- bzw. Spiritusbasis das würde das Ausspülen der Färbung auf den Schotter erklären.

  • Hallo zusammen,


    ich habe angefangen ein Stück Gleis zu schottern.


    Geplant ist das die Siding schon älter ist, daher wird das Schotterbett vom umliegendem Sand bedeckt.
    Hierbei ist mal mehr Schotter und mal mehr Sand zu sehen und geht bei den Schwellen bis zur Oberkante.
    Nach dem verlegen der Schienenprofile wird zwischen den Schwellen noch Gras gepflanzt.
    Die Branch line ist besser gepflegt und soll daher nur im Schotter liegen (Hellgrau) und die Schwellen nur zur Hälfte, nach aussen hin weniger werdend, bedeckt sein.


    Siehe Fotos.


    Ich bin aber noch nicht zufrieden.
    - Der Sand muss noch mehr Gelbanteil bekommen.
    - Und die Szene / Fotos aus der Froschperspektive sieht besser aus als aus der Vogelperspektive.


    Nun zu den Problemen und Fragen:
    - Was haltet Ihr von dem Konzept das der umliegende Sand das alte Schotterbett bedeckt. Könnt Ihr das erkennen?
    - Die Beize der Holzschwellen färbt den grauen Schotter der Branche line braun (letztes Bild). Habt ihr noch eine Idee wie ich
    das verhindern kann. Mir ist nur noch eingefallen die Schwellen vor dem einschottern mit mattem Klarlack zu lackieren. Habe ich noch nicht getestet.
    - Der Schotter ist nach dem trocknen des Wasser-Leim-Gemischs dunkler da der Staub runtergewaschen wird. Kann ich da was gegen machen?
    - Der Schotter hellt beim verteilen die Schwellen deutlich auf, da der Staub auf den Schwellen liegen bleibt. Gibt es da ausser abkleben
    oder nachdunkeln mit Farbe jeder einzelnen Schwellen ein anderes Gegenmittel?


    Danke + Gruß Jochen

  • Was ich bisher im Internet gefunden habe sieht super aus. Lohnen sich die Bücher von ihm?


    Ja der hat wirklich eine geniale Arbeit mit seiner Allagash abgeliefert.
    Wenn Du die Allagash Story Vol.1 - Vol.4 meinst : Beschreibt nett seine Art die Anlage aufzubauen, von der Planung des Layouts bis zur Operation. Kein How-to sondern eher ein Bildband seiner Anlage durchsetzt mit etwas Text.
    Sehenswert, aber speziell auf sein "New England im Winter" Layout bezogen.

  • Hallo Peter und Chicagoman,


    vielen Dank für Eure Rückmeldung. Ich nehme Eruen Vorschlag an und dunkele die Schwellen vorsichtig nach, um aus dem weiß mehr ein grau zu bekommen. Ferner werde ich die ersten paar Schienenprofile rostfarben lackieren um den Gesamteindruck zu ermitteln.
    Wie ihr schreibt wird das Gleisbett viel vom Gesamteindruck ausmachen, auf den Fotos ist ein brauner Untergrund zu sehen, der stellt einen hohen Kontrast zu den Schwellen dar. Das spätere Gleisbett besteht entweder aus Kalksteinschotter oder Sand/Erde Gemisch (auf vielen Fotos ist der Boden von Sidings sehr unordentlich) . Also etwas heller als jetzt.
    Hierzu will ich mir noch ein paar Eindrücke in Rodgau holen.
    Danke auch für den Tipp "Mike Confalone". Was ich bisher im Internet gefunden habe sieht super aus. Lohnen sich die Bücher von ihm?


    Gruß Jochen

  • Die Farbnuancen unterscheiden sich natürlich auch nach der Region,sprich Bundesstaaten.Westcoast..... grau dunkelgrau....Rost sehr dunkel-rotfarbig;Ost-Küste jenach Bundesstaat ähnlich wie bei uns ,schwarz - braune Schwelle rostfarbiges Profil in allen erdenklichen Rostfarbtönen....der Schotter letztendlich vermittelt auch den endgültigen Gesamteindruck des Gleisbildes.
    Nach meinem Geschmack sind Deine Ansätze in Ordnung,es bedarf jetzt ein geschicktes Händchen Profile farblich zu gestalten und die Schwellen abwechlungsreich zu weathern!Schau doch mal bei mike confalone ,Allagash Railrod, ob Dir das zusagt.
    Meiner Meinung nach ganz wichtig, es sollte nichts glänzen! außer der Schienenkopf im Fahrbetrieb!
    Viel Erfolg!

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