Layout nach kanadischem Vorbild in N

  • Hallo Gerold,


    stimmt und tut mir Leid. Ich wollte mich auf das Label "Spielzeug für Kinder ab drei Jahre" aus dem anderen Thread beziehen und hätte es gerne als Grafik dargestellt. Das ging aber auf die Schnelle nicht und deshalb habe ich versucht es vorsichtig witzig zu umschreiben. Nichts gegen Spielzeug, welches ja notwendig ist, um die Welt und ihre Zusammenhänge kennenzulernen. Aber ich denke es geht hier um Modell - korrekte Modelle, vielleicht sogar mit korrektem Sound, korrekte Prozesse, korrekte Zugbildungen, korrekte Darstellung der Infrastruktur und des Umfeldes - eben Eisenbahnmodellbau / Modelleisenbahn.


    Grüße Tom

  • Hi Tom,


    sehr guter Beitrag.


    Einziger Punkt wo ich was auszusetzen habe - bitte nicht gleich mit der grossen Keule auf die Märklinisten und sonstigen Andersdenken hinhauen. Man kann auch bewusst Sachen "falsch"machen, weil es für die persönlich wichtigen Ziele vorteilhaft ist. Dann muss man sich halt im klaren drüber sein, was man da gerade macht und auch dazu stehen das man da einen Kompromiss gewählt hat.

  • Hallo Ralf,


    natürlich kann jeder machen, was er/sie will. Jedoch stellt man doch seine Themen in Foren ein, um Ratschläge u.ä. zu erhalten und um auf etwaige Mängel hingewiesen zu werden, die man, aus welchen Gründen auch immer, nicht selbst bemerkt.
    Das mit der Tiefe der Anlage von 800 mm ist so eine Sache. Ich weiß nicht, wie groß Du bist bzw. wie lang Deine Arme sind. Es ist aber ein allgemeiner Erfahrungswert, dass 700 mm die größte "Greifweite" sind. Ich habe mal bei mir, mit 1,70 m Größe, gemessen. Meine ausgestreckten Fingerspitzen erreichen 680 mm. Meine älterer Sohn mit 1,80 m Größe erreicht mit den Fingerspitzen 700 mm. Wohlgemerkt sind das die Weiten, die wir mit ausgestreckten Fingerspitzen "antippen" können. Für ein sicheres und noch einigermaßen bequemes Greifen muss man noch mindestens 100 mm abziehen.
    Wie breit die Anlage ist, ist dabei vordergründig egal, solange die "betriebswichtigen" Teile erreichbar sind. Bedenke aber, dass auch das was weiter weg ist, irgendwann gebaut werden muss. Man muss sich dann also Wohl oder Übel irgend wie auf der Anlage abstützen. Und wenn dort schon was gebaut ist, nimmt das in solchen Fällen erfahungsgemäß einigen Schaden. Es ist also von größeren Anlagentiefen abzuraten.
    Wie dem auch sei, angenommen Du bist größer und erreichst alles bequem, stellt sich doch die Frage, ob Du bequem in die 800 mm breite Einbuchtung passt. Ich habe bei mir eine Breite von notgedrungen nur 700 mm. Das ist bei meiner Größe das Höchste der Gefühle. Mein Sohn, mit 1,80 m Größe passt da zwar rein, muss aber ständig bewusst die Schultern hochziehen und die Arme an den Körper anlegen, um keinen Schaden zu machen. Entspannt bauen könnte er dort nicht.
    Das ist schon eine Krux mit diesen Wünschen und dem was möglich ist. Da werden dann die tollsten Komprisse eingegangen und die besten Erklärungen (meist für sich selbst) von ganz weit her geholt, nur um nichts an seinen Wünschen korrigieren zu müssen. Erfahrungsgemäß bereut man dann eher früher als später solche Entscheidungen.
    Eine Anlage stellt ein Zusammenspiel von sehr vielen Sachen, die alle irgendwie zusammen und von ein ander abhängen dar. Das sind zum Beispiel ergonomische Sachen wie Anlagenhöhe, Anlagentiefe, Breite der Durchgänge, etwaige Stellem zum Bücken, u.a. . Direkt mit diesen "Grundstückssachen" hängen das Thema, die gewählte Zeit und der gewählte Maßstab zusammen. Dazu kommen dann solche Sachen wie die technische Machbarkeit, die Praktikabilität des Gebauten im späteren Betrieb und natürlich Vorbild- bzw. Realitätsnähe.
    Das Ergebnis ist also unweigerlich - nicht jedes Thema passt zu jedem Platz (und zu allen persönlichen Gegebenheiten der Lebensumstände).
    Damit bist Du bei der Planung einer /Deiner Modellbahnanlge. Irgendwelche Gleispläne zu zeichnen, ist erst einer der letzten Planungsschritte vor dem eigendlichen Baubeginn. Planung der Anlage beinhaltet also sehr viele Gedankengänge vor der ersten Gleisplanung. Lässt man die weg, ist die Möglichkeit des Scheiterns sehr wahrscheinlich.
    Natürlich kann man das tun - man kann ja tun, was man will - und bezahlt aber u.U. eine Menge Lehrgeld und/oder kommt zu einer Dauerbaustelle, die nie fertig wird (weil man meist die Lust verloren hat, an etwas, was nicht wirklich funktioniert, weiter zu arbeiten)
    Das Thema "Thema der Anlage" und die Ausführung des Ganzen ist auch ziehmlich "heiß". Natürlich gibt es steile Streckenabschnitte und Gleisschleifen in denen sich was befindet und zweigleisige Strecken und Anschlüsse im Gefälle und jede Menge anderes. Es bleibt aber am Anfang die Frage, ob es eine Modellbahnanlage werden soll oder ob bedenkenlos das Label, welches M auf seine Spielzeuge pappt, an die Sache angebracht werden kann.
    Die Herangehensweise, "da soll eine Kreuzung sein" und dem wird alles untergeordnet, ist wenig zielführend. Soll eine bestimmte Situation des Vorbildes nachempfunden werden, ist zu überprüfen, ob das bei den Gegebenheiten realistisch umsetzbar ist. Wenn nicht oder nur wenn dafür bei anderen wichtigen Kriterien heikle Kompromisse notwendig werden, sollte man sich von diesem Vorbild verabschieden.
    Baut man Freelance, ist die Sache u.U. sogar noch etwas schwieriger. Um etwas Realistisches hinzubekommen, muss da so in etwa heran gehen, wie wenn man das Gewünschte in Echt unter echten Gegebenheiten planen und bauen würde, aber letzlich nur das Modell davon herstellt. Will man also z.B. einen Anschluss bauen, steht zu Beginn die Frage im Raum "Wie würde das in Echt gemacht werden müssen und was für Einflussfaktoren sind zu bedenken ?", sonst läuft man schnell Gefahr, das Label, welches M verwendet, dran pappen zu müssen. Das gilt bei allen Freelance-Sachen auf der Modellbahn und für Strecken und deren Verläufe im Besonderen.


    Das waren etwas mehr als 3 Cent.


    Grüße Tom

  • Hej Ralf,


    wenn ich das richtig verstanden habe, willst du den Raum richtig ausnutzen. Es stehen also an den Außenseiten des E's Wände. Wie lang sind deine Arme? Wurzel(2*0,8*0,8) = 1,13
    Wird bei deinem Ölhandel so viel Betrieb sein, dass dort eine Doppelgleisstrecke notwendig ist?
    Ich habe noch keine Lok aus US (China) - Produktion gesehen, die Haftreifen hat. Also müßtest du Räder abdrehen oder wechseln.
    Vom Ende der oberen Kurve bis zum Layoutende sind es ca. 2,0 m. Abzüglich Weichen und einer eventuellem Lokumfahrung bleibt dir Platz 12 50' - Wagen. Das sollte bei der gewählten Steigung mit zwei, eher drei 'guten' Loks gehen.


    Gruß
    Gerald

  • Hi Folks,


    nachdem ich euch so grob erklärt habe wie sich die Planung bzw. die Gegebenheiten hier darstellen.
    Folgt nun die die bildliche Darstellung der Planung.
    Erstens der generelle Plan als solches, ohne Gleisplan:



    Wobei die Unterscheidungen der einzelnen Module einfach ist: Zahlen = 0,40M x 0,80M; Buchstaben = 0,40 x 0,70M.


    Zweitens eine Skizze auf Scarm von meiner geplanten Wendel, die in dem Bereich 7 - 12 untergebracht sein wird, für meine Ölhandlung, bzw. Verladung die auf Etage +1 sein soll, mit Gleisen.
    Die Wendel hat eine Gesamtlänge von etwas mehr als 6M was eine Steigung von 3, bzw. 3,3% vorraus setzt.
    Ja die Grundregel spricht von 2,5% aber ich habe auch schon Beispiele von bis zu 4,5% gelesen und wenn eben nicht mehr Platz da ist, wird es halt ein wenig steiler, im Zweifel gibt es ja auch Haftreifen ;)
    Ich muss ja nur 0,20M Höhenunterschied bewältigen:



    Ich habe dabei erstmal Atlas Code 55 zur Darstellung gewählt und habe für die Wendel folgende Gleise verwendet:


    12 x 6''
    02 x 4.25''
    04 x 3''
    16 x R30.61''
    08 x R15''
    16 x R13.75''
    08 x R12.5''


    Später werde ich auf ME Gleise umstellen, nur habe ich bis dato noch nicht raus bekommen wie ich in Scarm die Maße der Selbstbauweichen einfüge.


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Ralf

  • Hallo @ all,


    nachdem ich mich ausgiebig mit den Druthers auseinander gesetzt habe, komme ich zu den Givens.
    Der Platz für die Anlage in N ist genau gesagt ein E; Unten 0,8m tief; Mitte 1,6m tief; Oben 2,4m tief; Lange Seite 3,8m, die Höhe soll 0,8m sein.
    Jetzt kommt was wichtiges, ich muss das ganze Katzensicher gestalten, wir haben zwei von diesen Gaunern.
    Ich bin handwerklich geschickt.
    Geld ist knapp, kommt einem bekannt vor.


    Meine Wünsche habe ich schon öfters geäußert, im Februar hole ich mir erstmal Space-Saving Industries for Your Layout & Planning your Model Railroad von Tony Koester. Das was dann für heute :)


    Danke Ralf

  • Wobei auch damals nicht jede Station eine Kopframpe hatte.
    Aus heutiger Sicht verwundert fast, was man getüftelt hat um Sattelauflieger auf die Bahn zu bekommen. Und das auf beiden Seiten des Atlantik.


    Bis man auf einfach hochheben und draufstellen kam, was allerdings auch Entwicklungen in der Ladetechnik brauchte.

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    The situation is hopeless but not serious !

  • Ich bin schon ganz schön froh, nach anfänglichem Startschwierigkeiten, das von euch angesammelte Wissen (Lexikon) und eure direkten Ratschläge für mich nutzen zu dürfen und können :)


    Danke
    Ralf

  • Och, dass glauben und wissen hier schon eine ganze Menge. Beschäftigen sich ja einige mit dem Vorbild. :D
    Wobei die große Gelbe weniger einen Hang zum Größenwahn hatte und hat, wie eine 1a Marketingabteilung.
    Siehe Bigboy: In der Gesamtlänge inkl Tender und kein Prototyp, okay da hat er seinen Platz auf dem Treppchen.
    Ansonsten ist er meistens unter ferner liefen... :D
    Gasturbinen und Achtachs Diesel waren Entwicklungen ihrer Zeit. für Innovationen offen war die UP immer gern. Hat aber auch schnell erkannt das die einmotorigen 6.000 hp Diesel SD90 und AC6000 wirtschaftlich uneffizient waren.


    Bei den Zuglängen war und ist die UP nie was besonderes gewesen. Eher waren das Bahnen im Osten die große Kohle- oder Erzmengen transportierten den Bahnen westlich des Missouri voraus.


    Das die UP heute zu Größenwahn neigt ist pures Blablabla...
    Betrachtet man die Ausmaße der Humpyards im Bailey Yard stellt man schnell fest das diese schlicht für heute USA-weit übliche Zuglängen sind. Überall in den USA haben Humpyards ähnliche Ausmaße.
    Bailey Yard ist nur eben durch die Serviceeinrichtungen für durchlaufende Züge, die Werkstätten und den Abstellbereich für lange Kohlezüge aus und ins Power River Basin etwas größer.


    Das Problem hier am Modell ist eher das die Vorstellungen mit dem Platz in Konkurenz stehen. Siehe Coachyard oder Humpyard...

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  • Wenn ich davon erzähle, glaubt mir hier das keiner, also ein Bilderlink zum selber gucken:
    http://rr-fallenflags.org/drgw/drgw-train-ajh.jpg
    Aufnahmedatum von 1988, Malta CO
    Ganz davon abgesehen, die "Gelbsucht" hat ja schon von sich aus eine gewissen Tendenz zum Größenwahn, was aber auch sinngemäss für andere Bahngesellschaften nach modernen Vorbild gilt. Man wird wohl oder übel seine eigenen hochfliegenden Pläne unter Konrolle bekommen müssen und sich in Bescheidenheit üben wenn man auf eine glaubwürdige Darstellung im Modell Wert legt. Geschickte Vorbildauswahl vorausgesetzt.


    Zugegeben, ich habe es etwas einfacher wenn ich mich nach historischen Vorbildern befasse:
    https://s-media-cache-ak0.pini…d532a8244276a7490f4b8.jpg
    Da reicht für Intermodal (Piggyback) schon eine einfache Kopframpe für den Horizontalumschlag (Circus Style Loading) auf einem Landbahnhof mitten in der Prairie für Wagengruppen oder gar einzelne Wagen im Daily Local.

  • Ihr rechnet falsch.
    Dazu gehören auch die 4 oder 5 langen Gleise zwischen der CP Strecke und dem Yard. Dort werden die Züge abgestellt, zerlegt, ins Terminal gefahren, ent- und beladen, wieder zusammengestellt und abgeholt
    Und damit kommen wir von Weiche zu Weiche auf 1.500 Meter :D.


    Wobei der mit 1500 Metern noch kurz ist. Der CN ist über 2 Kilometer lang.


    Als Kompromiss könnte man die Intermodals von einem anderen Yard im Ort zuführen. Das wäre der Schattenbahnhof.

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  • Geh in der Regel von viel längeren Zügen aus, die zwischen den vielen Intermodal Hubs unterwegs sind.
    Selbst Trains zwischen den einzeln Hubs z.B. um Chicago sind ganz schöne Brocken.


    Beim verlinkten Foto würde ich sagen das dort lange Züge zerlegt rein rangiert werden.
    Wobei die Einheiten von großen CN Edmonton Intermodal Terminal in der Nähe von St. Albert kommen dürften.

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  • Maurice, nee. Soweit geht die Intermodal Liebe nicht.
    Irgendwann kommen die Trailer auf die Straße...
    Die Züge werden nicht soweit zerlegt.
    Über Hump laufen die eh nicht.

    Hast ja recht, da bräuchte man schon die Gleiselänge für wenigsten 2x 5unit Spinecar, wäre dann aber schon wieder seeehr viel Platz für die Trucking Company erforderlich

  • Und wenn er einen stand alone husky stack zustellt,


    Maurice, nee. Soweit geht die Intermodal Liebe nicht.
    Irgendwann kommen die Trailer auf die Straße...
    Die Züge werden nicht soweit zerlegt.
    Über Hump laufen die eh nicht.


    Mulkilteo: Interessant ist noch die Caboose am Boeing Zug. Bergauf wird der geschoben die Caboose an der Zugspitze.

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