Worst Case getting worse

  • Moin,


    ich möchte euch mal eine Geschichte erzählen und hoffe vor allem auf Rat.


    Ich habe mitte November Modellbahnen in die USA geschickt. Der Käufer hat 900 Euro per Paypal bezahlt, ich habe das Paket bis 1000Euro versichert. Am 30.11. in der Filiale abgegeben, am 01.12. wurde es in Frankfurt zum letzten mal gescannt. Seitdem nix. Zumindest nicht von Seiten DHL. Anfang Januar einen Nachforschunsgauftrag gestellt, der auch per Mail bestätigt wurde mit dem Hinweis, es könne 4-8 Wochen dauern (jetzt sind 4 Wochen rum). Am 10. Januar schrieb mir der Käufer, er habe Post von DHL bekommen und solle bestätigen, dass er nix bekommen hat, was er getan hat. Bei DHL Sendungsverfolgung weiterhin nix neues, bei USPS auf dder Website war das Paket dann plötzlich am 6. Februar im Zoll und wurde am 10. Februar zugestellt. Große Freude. Bis mir der Käufer sagte, er hätte nix bekommen - was ich ihm sogar glaube. Er war auf dem postamt, die meinten sie prüfen es, er will seinen Postfahrer mal interviewen, hat ihn aber nocht nicht persönlich getroffen. DHL Tracking sagt übrigens immer noch 01.12. Frankfurt.


    Jetzt zum Problem. Der Käufer ist ziemlich angepisst und will sein Geld zurück. Meine Versuche, ihn mit Verweis auf meinen offenen Nachforschungsauftrag zu vertrösten, helfen nicht. Auch der Vorschlag, erstmal den Postmann zu kontaktieren, half nur soweit, dass er mir jetzt noch eine Woche Zeit gibt. Dann will er entweder das Geld zurück, oder einen Fall bei Paypal eröffnen. Letzteres glaube ich wird für ihn schief gehen, da ich eine Sendungsnummer habe mit der die Zustellung, wenn sie nur bei DHL schauen, zumindest die Einlieferung, bewiesen wird und ich damit eigentlich aus dem Schneider bin.


    Ich bin aber auch nicht bereit, ihm einfach so aus der kalten das Geld zurück zu schicken, dann bin ich Geld und Modelle los.


    Was würdet Ihr machen?

    Micha



    Americas Resourceful Railroad
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  • Hi.


    Ich habe derzeit einen ähnlichen Fall laufen, aber zu meinem Nachteil.

    Paket in die USA geschickt. Ohne Aufpreis auf dem Seeweg, standard-versichert.

    Wert natürlich höher, aber es ging mir in erster Linie um die Sendungsverfolgung.

    Mitte November versandt, noch immer nicht da. Nachforschung läuft.


    Ich würde an Deiner Stelle an die Vernunft appellieren und den Fall notfalls eskalieren lassen.

    Oder ist es ein Stammkunde und Dir entgeht Folgegeschäft?

  • Abwarten , Bier trinken - auf keinen Fall Geld zurück ! Im Zweifelsfall ist DHL dran mit bezahlen , aber nicht Du ! Immer wieder nachhaken ! Wir hatten den Fall vor einigen Jahren mit Wagen im Wert von 500 Euro nach Frankreich - Hermes wollte auch schon den Warenwert erstatten , aber wir hatten nicht lockergelassen und plötzlich ist das Paket wieder aufgetaucht. Ich vermute da irgendwie Zusteller mit ´ner kriminellen Ader - beiseite schaffen , gucken was passiert - wenn einer nachforscht , paff ! - ist es wieder da...

    beavisJörgen beavis

    "DUMMHEIT HAT EINE FARBE."

    Wer Frieden will , liefert Diplomaten - keine Waffen !

  • Der Witz ist ja, ich habe sogar den Aufpreis für Luftfracht bezahlt, vermute aber aufgrund der Laufzeit, dass es doch per Schiff ging.


    Es ist kein Stammkunde, ich könnte ihn einfach ignorieren und gut ist, er wird mich kaum transatlantisch verklagen, aber ich habe ja doch ein Gewissen das mir da ein klein bisschen rein redet...

    Micha



    Americas Resourceful Railroad
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  • Ja, so sehe ich das auch. Ich habe die Leise Hoffnung, da auf der DHL Seite immnoch der Status "FRankfurt, 01.12. steht", sie also von der vermeintlichen Zustellung gar nix wissen, dass sie die Nachforschung zu meinen Gunsten entscheiden...


    Er ist halt immer noch der meinung, jegliche Aktion müsse von mir ausgehen. Einen Claim bei usps muss aber er starten...

    Micha



    Americas Resourceful Railroad
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  • Ich hatte auch mal die Situation ( als Käufer), dass ich eine Woche lang Paket shops (Hermes) in der Stadt abgeklappert hab und am Schluss hatte Ich meine Lieferung. Will sagen, als Käufer denken in so einer Situation im Recht zu sein, die Hände in den Schoß legen und abzuwarten ist reine Bequemlichkeit!

  • Ich denke neulich was im TV aufgeschnappt zu haben, das Corona-bedingt, überwiegend der Seeweg anstatt Luftfracht in/aus USA/Canada bevorzugt wird. Begründung war irgendwie, das über den längeren Transportzeitraum, Keime nicht mehr lebensfähig wären. Könnte man irgendwie versuchen zu verstehen. Vielleicht es ja in der Tat hier der Fall, was eine lange Transport- und Bearbeitungszeit erklären würde.......

  • ...aber doch keine 3 Monate !

    Als Seefracht noch eine alltägliche Option war , ist man von 4 - 6 Wochen ausgegangen !

    Oder hab´ich was verpasst , und das Zeug wird heutzutage klimaneutral per Ruderboot über´n Teich gefahren ? :kratz)

    ...würde natürlich den derzeitigen Winter erklären...:lw)

    beavisJörgen beavis

    "DUMMHEIT HAT EINE FARBE."

    Wer Frieden will , liefert Diplomaten - keine Waffen !

  • ...aber doch keine 3 Monate !

    Unter normalen Bedingungen sicher nicht. Die haben wir aber leider schon lange nicht mehr. Im vorigen Jahr hatte ich auch eine Order aus den USA. Lt. Tracking war die Lieferung als "Zugestellt" online sichtbar, allerdings war das "Zugestellt" nicht bei mir sondern in einem Postshop hier in der Stadt.

  • Er ist halt immer noch der meinung, jegliche Aktion müsse von mir ausgehen. Einen Claim bei usps muss aber er starten...

    Ich denke, Du kannst bei USPS keinen Claim starten, Dein Vertragspartner ist DHL und dort bist Du tätig geworden. DHL muss aus meiner Sicht auch die Aufklärung der Vorgänge in den USA leisten. Ob da mehr rauskommt als dass das Paket ausgeliefert wurde, bezweifle ich. Es sei denn der Paketbote sagt, an wen das Paket wirklich ausgeliefert wurde.


    In Coronazeiten ist die Anzahl der Flüge stark geschrumpft und somit fehlt Frachtraum für Luftpost. Uns in der Schifffahrt gibt es inzwischen einen großen Containermangel. Zum Teil liegt es daran, dass durch das hohe Ladungsaufkommen der Container-Turn-around im Zielland länger als normal dauert.


    Die Reedereien verdienen je Container von China nach USA oder Europa erheblich mehr als umgekehrt. Deshalb werden oft leere Container mit zurückgenommen statt auf deren Beladung zu warten. Sie werden in China dringend gebraucht. So haben Versender in USA und Europa Probleme, zeitnah Leercontainer zu erhalten und eine Slot auf einem Schiff zu finden.


    Um ein Beispiel für Verzögerungen zu geben, letzten Donnerstag ankerten 32 Containerschiffe auf Reede vor Los Angeles mit durchschnittlicher Wartezeit von 8 Tagen.


    Es ist also beides zur Zeit beeinträchtigt, Schiffs- und Luftfracht.
    Gruß, Volker

  • Kürzlich hatte ich einen umgekehrten Fall.

    Das Paket kam von den Staaten in die Schweiz. 4. Dezember 2020 in den USA abgeschickt und laut USPS-Tracking am 15. Dezember am Flughafen Zürich das letzte Mal gescant. Als mitte Ende Januar noch kein Paket eingetroffen ist, bat ich den Versender um eine Nachforschung bei der USPS.

    Das war der 25. Jaunar 2021, kurz vor dem Mittag. Am nächsten Morgen um 09.30 Uhr kam der Briefpöstler und überreichte es mir. Dank der Trackingnummer der Schweizer Post, sah man, dass das Paket am vorherigen Nachmittag bei den Zollbehörden sich befand.

    Mein Schluss ist, dass der Zoll das Paket verlegt hat.

  • Wenn dem wirklich so wäre mit ddem Seeweg, dann schuldet mir DHL die 16 Euro Zuschlag, die ich extra dafür bezahlt habe, dass das Paket per Flieger geht...

    Micha, ich sage nicht, dass Dein Paket von DHL auf dem Seeweg versandt würde, sondern nur dass es durch Kapazitätsprobleme auf beiden Versandwegen verzögerungen gibt.


    Man kann auch Glück haben. Ich habe im November eine Lok aus den USA erhalten, die war in 14 Tagen da.

    Gruß, Volker

  • Da mußt du dem zwangshalber Glauben schenken. All die Meinungen hier lösen deine Bedenken nicht. Da solltest du wirklich diese Woche, die ja als letzte Frist vereinbart wurde, abwarten und parallel weiter Nachforschungen betreiben. Hilft dir emotional nicht weiter, aber ist jetzt wohl so. Ihm, dem Käufer, mal einfach das Geld erstatten wäre u.U. blauäugig.

  • Blöde Frage, kann man nicht eventuell rauskriegen, wo es zugestellt wurde?

    Liegt beim Nachbar, der hat es nach seinem Sixpack Bud vergessen und der Postman hat auch keine Benachrichtigung da gelassen, also ungefähr so, wie Paketdienstleister in Berlin nahezu grundsätzlich arbeiten, naja in letzter Zeit geht es wieder.

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