Schleppweichen / Zungenweichen bis wann und wo?

  • Moin Moin,

    da ich hier gerade vor meinem Bahnhofsmodulen sitze bin ich grad am überlegen wo und wie viel von den Schleppweichen ich verteilen will.

    Nach dem ich mir schon die Finger fusselig gegoogelt habe, weiß einer von euch bis wann dieser Weichentyp verbaut wurde?

    Im Prinzip könnte ich sagen, ich Pflaster meinen Bahnhof mit Schleppweichen voll dazu noch zwei drei Zungenweichen, doch ist das realistich für einen Zeitraum von 1935-1945?


    Grüße


    Sven

    Grüße aus der Werkstatt der NC&GR RR


    ''Wenn etwas nicht fertig wird dann fange etwas neues an in der Hoffnung das dieses fertig wird'' :whistling:

  • 1935? Aus dem Bauch waren da Schleppweichen auch auf Nebenbahnen schon seltene Exoten.

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    The situation is hopeless but not serious !

  • So, nun habe ich nochmal gegockelt, weil das Thema auch für mich interresant ist, wann der Zeitschnitt Stubswitch/Pointswitch war.

    Sven, 1935, forget Stubswitch, just my two cent

    1916

    https://www.trha.ca/trha/wp-co…1November1916-768x446.jpg

    1920

    http://arrts-arrchives.com/images2/FNcabin.jpg

    1914

    https://sites.google.com/site/…switching-yard/HUMP-6.jpg

    1907

    https://sites.google.com/site/…ching-yard/HUMP%20002.jpg

    1905

    https://sites.google.com/site/…ching-yard/HUMP%20003.jpg

  • Hinter der Lok sind schon Zungen.

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  • Ja danke erst mal, auch an dich Lutz, die Denver libery ist eine super Quelle.

    Das es bei der D&RGW und RGS in Diesem Zeitraum noch einige Schleppweichen gab ist mir so weit bekannt. Interesant wäre ab wann diese zu Einzelgängern wurden, genau dazu hab ich nicht wirklich etwas aussagekräftiges gefunden.

    Ich selbst geh mal davon aus das sie Im Zuge von Gleiserneuerung einfach getauscht wurden und so Stück für Stück auser Dienst waren, aber das ist jetzt nur ne Vermutung und auch da wäre das ab wann schon Interesant.


    Grüße


    Sven

    Grüße aus der Werkstatt der NC&GR RR


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  • Hallo Sven,


    mit dem deutschbahnmässigen Vollkaskoansatz, abgedeckt durch mind. 5 lfd. Regalmeter Vorschriften, wird man hier nicht weiter kommen.

    Gerade die Rio Grande hat es zu einer Meisterschaft im Improvisieren gebracht. Von daher würde ich sagen; Dein Ansatz mit den Vermutungen ist schon korrekt. Zumal wenn mann sie logisch begründen kann. Dann kommt es auch darauf an um welche Strecke es sich handelt. Bei einer untergeordneten Strecke, die mangels Verkehrsaufkommen zur baldigen Einstellung bestimmt war, hat man bestimmt nicht mehr grossartig investiert. Da dürften die Schleppweichen bis zum bitteren Ende gelegen haben.

  • Hallo miteinander.

    Die Suche nach den exakten Daten der "Umstellung" ist wohl wie diejenige nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen und recht frustrierend, wenn man sich als Modellbahner auf ein bestimmtes Jahr festlegen möchte.

    Schleppweichen sind auf Fotos z. B. in Osier im Jahre 1915 und in Cumbres um 1916 zu sehen.

    Vielleicht hilft ja auch eine Nachfrage im "Narrow Gauge Discussion Forum", das eine oder andere Rätsel zum Thema Stub Switches zu lösen.


    Robert La Massena schreibt zu Colorado Springs, Zitat:

    "After the removal of the narrow gauge third rail in 1902, the yards at Colorado Springs still utilized stub switches."


    Man kann auch in mehreren Quellen nachlesen, dass Schleppweichen allgemein um 1900 auf den Hauptstrecken weitestgehend verschwunden sind. Zur kleinen Ergänzung von Lutz' Beitrag können Bahnen wie die Virginia & Truckee und die Rio Grande Southern benannt werden, die bis zum Ende des Betriebs 1950 bzw. 1952 Stub Switches in Betrieb hatten.

    Das sind Bahnen jener Kategorie, die schon lange in finanziellen Schwierigkeiten steckten und sich nur mit Mühe über Wasser halten konnten.

    Auch die Rio Grande hatte solche Phasen. Die Aufwertung von Schmalspurstrecken mit schwereren Schienen wurde immer wieder mit gebrauchtem Material durchgeführt. Auch die Silverton Branch hat man so aufgemöbelt. Ob und wann dies stets mit einem Weichentausch einherging ist die Frage.

  • Hallo Sven,


    mit dem deutschbahnmässigen Vollkaskoansatz, abgedeckt durch mind. 5 lfd. Regalmeter Vorschriften, wird man hier nicht weiter kommen.

    Gerade die Rio Grande hat es zu einer Meisterschaft im Improvisieren gebracht. Von daher würde ich sagen; Dein Ansatz mit den Vermutungen ist schon korrekt. Zumal wenn mann sie logisch begründen kann. Dann kommt es auch darauf an um welche Strecke es sich handelt. Bei einer untergeordneten Strecke, die mangels Verkehrsaufkommen zur baldigen Einstellung bestimmt war, hat man bestimmt nicht mehr grossartig investiert. Da dürften die Schleppweichen bis zum bitteren Ende gelegen haben.

    Moin Lutz,

    na wenn ich von DDR Deutschbahn (Schmalspur) ausgehe, könnte man das vielleicht ganz gut mit Abgeschriebenen Strecken in den USA vergleichen. Zumindest was den Oberbau Angeht war dieser mehr als Gruselig und zum Teil auch ein Sammelsorium von Königlich Sächsischem Gleis bis K Oberbau und wenn es an Gleis zum ausbessern Fehlte (Ok das war Normalzustand) hat man halt neues Material aufgeschweißt.


    Bei meinem Layout werd ich wohl wie folgt vorgehen, das ich im Hauptgleis Zungenweichen und in den Nebengleisen Schleppweichen verlegen werde. Meiner Einschätzung nach dürfte das am überzeugensten wirken.

    Was mir noch aufgefallen ist das vor Allem 3 Wegweichen ne hohe überlebenschance hatten, wahrscheinlich einfacher umzusetzen als extra 3 Weg-Zungenweichen zu beschaffen.


    Was ich mich noch nebenbei gefragt habe wo liegt eigendlich der Vorteil bei Zungenweichen im vergleich zu Schleppweichen?

    Auf der Durango & Silverton RR gibt es in der Gegenwart noch eine Schleppweiche in Rockwood, CO als des dortigen Gleisdreiecks: https://ngdiscussion.net/phorum/read.php?1,233021,233130

    Gruß, Volker

    Die hab ich Gestern auch Endeckt, schon interresant was so alles überlebt hat.


    Grüße


    Sven

    Grüße aus der Werkstatt der NC&GR RR


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  • Der Vorteil von Schleppweichen war der Wegfall der aufwendig herzustellenden Zungen - Nachteil logischerweise : wenn falsch gestellt , endet die Fahrt generell im Gemüse...:motz:

    beavis Jörgen beavis


    "ALS DEIN ANWALT EMPFEHLE ICH DIR , MIT HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT ZU FAHREN !"



  • hat die in Rockwood überlebt oder ist die da extra eingebaut worden?

    Ergäb ja einen Sinn bei einer touristischen Bahn.

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  • da ich hier gerade vor meinem Bahnhofsmodulen sitze bin ich grad am überlegen wo und wie viel von den Schleppweichen ich verteilen will.

    Nach dem ich mir schon die Finger fusselig gegoogelt habe, weiß einer von euch bis wann dieser Weichentyp verbaut wurde?

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    Hi Sven,


    im Bahnhofsbereich bin ich mir nicht sicher, dass die Schlepp- oder Rücklaufweichen verwendet haben.


    Allerdings hatte ich "Irgendwo" mal gelesen, dass es die auch auf den Hauptlinien gegeben hatte.....


    Also hingesetzt, und das "irgendwo" mal irgendwie gesucht......


    Richtig, im Buch "Tehachapi Subdivision" von John R. Signor gibt's in der Bildlegende auf Seite 148 folgende Sätze:

    "..... blasts upgrade through Marcel on a hot summer day during 1946. Spring switches at both ends of Marcel create two single direction sidings. The track adjacent to the roaring Mallet [im Bild] is the eastward track. ...."


    Will heissen: Auf der Hauptlinie in Marcel (schon ziemlich weit oben kurz vor Cable) waren Federweichen eingebaut und zwar noch bis nach dem 2. Weltkrieg! Die ganze Strecke wurde 1943 auf CTC umgebaut, wie im gleichen Buch auf Seite 111 gezeigt. Dabei wurden allerdings nicht ALLE Weichen fernbedient ausgebaut, sondern offenbar so viele wie betrieblich möglich als federgetriebene Rückstellweichen ausgeprägt.


    Wir sprechen hier aber ausdrücklich NICHT von lokal bedienbaren Weichen......

  • Simon, Spring switches sind m.E. Rückfall- oder Rückstellweichen aber keine Schleppweichen


    Rückfallweichen sind heute noch weit verbreitet.

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  • Ähmmm , Simon , es ging um Schleppweichen (=stub switches) - Du redest hier von Rückfallweichen (=spring switches) :gruebel: .

    Ähh ja - Ulrich war schneller ...

    beavis Jörgen beavis


    "ALS DEIN ANWALT EMPFEHLE ICH DIR , MIT HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT ZU FAHREN !"



  • Simon, Schleppweichen sind Stub Switches, nicht Spring Switches: https://upload.wikimedia.org/w…ergstation_2005-06-28.jpg


    Sie verschwanden auf den amerikanischen Hauptbahnen um 1900, da mit schweren und schnelleren Zügen die Entgleisungsgefahr an der Weiche wuchs.


    In Yards waren sie länger eingesetzt. Hier eine ganze Reine von Fotos: http://www.rrpicturearchives.n…stub+switch&search=Search

    Auf Museumsbahnen gibt es sie immer noch vereinzelt:

    Wiscasset Waterville & Farmington, Sheepscot Yard: https://www.railpictures.net/photo/384607/

    EBT; Orbisonia: https://www.railpictures.net/photo/342742/ https://www.railpictures.net/photo/361195/

    Gruß, Volker

  • Quote from K-37

    Was mir noch aufgefallen ist das vor Allem 3 Wegweichen ne hohe überlebenschance hatten

    :DJa auf Neufundland bis 2005! - Gestern in einem Buch darüber gestolpert.


    Ansonsten super Arbeit Sven. Hoffe, dass wir Deine Werke bald mal im Original bestaunen können.

    Na mal Schauen wann und wo es sich mal ergibt, mir selbst fehlt leider ein Führerschein, Auto wäre nicht das Problem da könnt ich auch den Firmenwagen nehmen...

    Ich denke Morgen mach ich mal ein paar Fotos von der aktuellen Arbeit an den Modulen, geht jedenfalls recht zügig vorran dafür das ich wohl 6000-7000 Kleineisen für den Bahnhaoafsbereich brauch...

    Grüße aus der Werkstatt der NC&GR RR


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