Ich frage mich grundsätzlich, wieso viele Hersteller von DCC Zentralen bzw. Boostern, die Anschlussbuchsen der Stromausgänge unterdimensionieren? Sparmaßnahme??? Hier sollte doch ein 2,5mm² Anschluss die Grundausstattung sein.
Also das ist aber etwas übertrieben. Eine mit 16A abgesicherte Steckdose in der Wohnung hat 1.5mm² Zuleitungen, da gehen 3,5KW durch, selbst wenn ich Lutz sein Beispiel großzügig hochrechne (24 Volt und 30Ampere maximal) gehen dort 720 Watt durch, also ein knappes Fünftel weniger, sprich, viel hilft hier nicht viel...
Die Leistung ist für den Kabelquerschnitt nicht direkt relevant, sondern die Stromstärke, der Mindest-Kurzschlussstrom und der akzeptable Spannungsabfall. Im Haushalt sind (bei ungedämmter Verlegung) 1,5mm^2 an 16A Absicherung nur bis ca. 15m Kabellänge zulässig, weil da dann 6,9V Spannung abfallen (3% von 230V) und mehr ist nach DIN nicht zulässig. Aber 6,9V Spannungsabfall bei der Modellbahn ist keine gute Idee, wenn vorn schon nur 15V oder gar 12V anliegen. Außerdem müssen nach VDE im Haushalt 80A Kurzschlussstrom fließen können (auch noch bei 230V-10%), damit die Sicherung zuverlässig schnell (200ms oder so) auslöst - das würde aber längere Kabel erlauben als die 3% Spannungsabfall. Das wiederum ist bei der Modellbahn meist unkritischer als in der Hausinstallation, weil gängige Booster nicht erst bei 5x Nennstrom schnell abschalten - allerdings sollte man den Nennstrom nicht unnötig hochdrehen.
Fazit also: Es kommt darauf an. Feeder von 10-15cm (und davon meist mehrere parallel) sind idR unkritisch, da kann man gut und gern dünne Leitungen nehmen. Lok-Innen-Verkabelung sowieso, die sind so kurz, da wird sogar die Wärme in der Leitung noch in relevanter Größenordnung über die Enden abgeleitet. Mehrere Meter Buskabel sollte dagegen schon dicker sein, und wenn jemand, wie das manche Spezialisten in den USA so gern tun, alle Booster für ihre kellerfüllende Anlage zentral anordnet, sollten die Kabel noch zwei-drei Nummern größer sein.
Testen kann man das sehr gut mit dem Quarter Test: Gleis kurzschließen und der Booster muss abschalten. Wenn er das nicht tut, die langen Kabelstrecken aufdicken oder den Abschaltstrom (deutlich) reduzieren. Besser ein bisschen von der Grenze wegbleiben, denn nicht von jedem Schienenstück ist der Kontakt zum Bus optimal, speziell in Weichen o.ä. kann da noch ein wenig Übergangswiderstand dazu kommen.
Lange Rede kurzer Sinn: Der Fremo schreibt für 3A eine Modulverkabelung von mindestens 1,0mm^2 vor (H0-Norm) und empfiehlt 2,5mm^2 (H0-Norm) bzw. schreibt 0,75mm^2 vor (N-RE, americaN) und macht damit unterm Strich gute Erfahrungen, sowohl mit zuverlässiger Kurzschlussabschaltung, als auch mit ausreichend geringem Spannungsabfall. Ich persönlich verbaue in meinen americaN-Modulen 1,5mm^2, gibt es billig im Baumarkt
und wer eher kleinere Anlagen und mit geringeren Abschaltströmen plant, kann sicher auch mit ein bisschen dünneren Busleitungen leben. Aber bitte nicht mit 0,14mm^2 20m lange Busleitungen legen und dann den 5A-Booster dran, das geht wahrscheinlich früher oder später schief. Andererseits sind 2,5mm^2 oder 4mm^2 oder mehr wirklich erst bei Gartenbahnen mit höheren Strömen und längeren Kabeln nötig.
MfG, Heiko