Ich habe nicht viel Ahnung von Gasturbinen, aber mir ist eines aufgefallen: In dem Artikel kommt nicht ein einziges Mal das Wort "emissions" vor.
Es ist also die Frage, ob Gasturbinen die derzeitigen EPA Tier 4 Abgasnormen erfüllen können. Durch die höheren Verbrennungstemperaturen steinen die Sticloxide im Vergleich zum Dieselmotor, die Feinstäube sind geringer. Beim Dieselmotor gibt es SCR gegen Stickoxide und Partikelfilder gegen Feinstaub. Gibt es ähnliches auch für Turbinen?
Und dann gibt es noch den CO2 Ausstoß, der eigentlich bei LNG ca. 20% niedriger ist als bei Diesel. Wenn den Methanslip von Bohrstelle bis zum Rad mit einrechnet, kehren sich die Verhältnisse leicht um. Die Amerikaner gehen gerade an den Frackingbohrstellen nicht besonders sorgsam um und stillgelegte Bohrungen sind häufig auch nicht dicht. Unter diesen Umständen kann Frackinggas aus den USA mehr Treibhausgase als Steinkohle erzeugen, wenn es im Kraftwerk verbrannt wird.
Rein gefühlsmäßig würde ich Gasturbinen zumindestens mit LNG betrieben nicht als Alternative sehen. Mit klimaneutralen Brennstoffen, wer weiß?
Es ist letztendlich eine Frage der Kosten und der Verfügbarkeit von klimaneutralen Treibstoffen. Es dürfte viel kostengünstiger sein, bestehende Dieselmotoren in Lokomotiven auf einen zweiten Treibstoff umzurüsten, als Lokomotiven auf Gasturbinen oder neue mit Gasturbinen zu kaufen.
Im Schifffahrtsbereich bietet MAN inzwischen Dual-Fuel Motoren für Diesel und Methanol an, aber auch entsprechende Umrüstkits für vorhandene Motoren. Auch andere Motorenhersteller und Fachbetriebe bieten das an.
Wabtec bietet bisher für Gevo Motoren nur NextFuel für LNG und CNG an. Was nicht ist, kann ja noch werden. Gleiches gilt derzeit für Progress Rail und EMD Motoren.
Gruß, Volker