Zukunft des Messing-Modellbaus

  • Es ist nach 2 aber das muss ich noch loswerden.


    Ich habe es schon einmal geschrieben: Ein Großserienmodell MUSS Kompromisse haben, Kompromisse die man bei einem Messingmodell nicht machen muss


    Kompromisse die nötig sind damit ein Modell auf möglichst jeder Anlage, von der Fußbodenanlage vom 10 jährigen Fritzchen Müller bis hin zum riesigen Modullayout mit weiten Kurven läuft.
    Dabei bleiben zwangsläufig auch Details auf der Strecke, ob es eine fehlende Rohrleitung ist oder ein cowcatcher der eigentlich zu hoch ist, da gibt es 1000 Dinge.


    Ein Messingmodell ist da Kompromissloser, verzeit aber Fehler im Layout (Radien, Ãœbergänge in Steigungen) idR weniger wie Kunststoff.
    Wobei: Wenn sie von einem Modul auf den Boden kracht ist der Unterschied nur der Wert des Schrotthaufens :hmm:


    Du hast es selbst geschrieben: Du hast Messing gekauft weil es etwas da gab was in Plastik fehlte, wie ich! Ich gehe sogar noch weiter, ich habe Messing gekauft (SBB Loks) weil es sie entweder sonst nicht gab, oder in der Großserie unter aller Sau waren, wie z.B. die moderne Re 6/6 die ich zuerst von Fulgurex hatte, dann noch von Lemaco und am Ende die "billigste ;) " von HAG. Heute liegen alle drei im Schrank nebeneinander. Den echten Lima Klopfer hatte ich nie.


    Wenn ich die Roco Re6/6 allerdings neben die Messing stelle: Okay, die Messing Pantographen sind noch immer sensationell fein, die der Roco dafür unempfindlicher.
    Und der Rest: Ein nahezu perfekt detailiertes Model welches anstandslos einen Tag Dauer-Ausstellungsbetrieb absolviert.
    Die Vereinfachungen sind im Drehgestellbereich wegen der betriebssicherheit fehlen Leitungen.


    Und so ging es mit meinem Messing weiter: AC6000, SD9043AC, DD40AX, CA3/4 caboose.


    Nur gab es bei mir ja nicht nur die Eisenbahn zuhause sondern auch den Verein:
    Wenn die Messingmodelle mal gefahren wurden, fuhr ich die, wenn die angepackt werden mussten: Nur ich.
    Ausstellungen? Nur mit meinem Schloss abgeschlossene Vitrine.


    Leute, kein Scherz: Die die am wenigsten wissen wie man mit einem Modell umgeht waren Mitglieder!
    Ich habe einen Tobsuchtsanfall bekommen als mir einer mit meiner Roco DB 043 entgegenkam, die Lok senkrecht mit einer Hand umklammert und der eingeklipste schwere Antriebstender baumelte frei...
    Der nächste brachte mich zu Weißglut als er meine vollkommen (auch Getriebe) umgebaute Roco DB 50 als Vorspann vor einer 44 fuhr, das obwohl ich vorher gesagt hatte "Nur alleine fahren, die passt zu keiner anderen." Stolz erzählte er "Sieh mal geht doch!" Klar, die 44 schob die 50...
    Warum ich die 50 daraufhin wegräumte hat er bis heute nicht verstanden.


    Mir reicht die Detailierung eines Athearn Bigboy auch deshalb weil man da schon genug Bruch dran anrichten kann und ganz realistisch ist Messing zwer Wiederstandsfähigher aber was kaputtmachen geht an beiden gut, an einer Messing geht es nur eventuell mehr ins Geld.


    PS: Der Ausdruck PLASTE ist IMHO sehr negativ und sollte vermieden werden.

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  • Quote

    Original von mtnsub
    Warum sollte man nicht jemandem fuer 100 EUR ein hervorragend laufendes Modell angedeihen lassen, anstatt ihn zum Kauf eines extrem detaillierten Modells fuer 300 ER zu zwingen? Die Wahl sollte doch der Kunde haben.


    Absolute Zustimmung meinerseits. Habe ich auch noch nie anders gesehen. Zur Erinnerung: fast mein gesamter Wagenpark besteht aus Plaste. Messing-Loks habe ich in 1. Linie wegen den Typen, die ich suche und weil es diese nicht in Plaste gibt, und in 2. Linie wegen der Detaillirung und erst in 3. Linie wegen Messing selbst. 3. war früher nicht so, seit einigen Jahren ist das aber durchaus sehr wichtig geworden - gebe ich zu!


    Quote

    Original von mtnsub
    Waeren nicht von Spectrum, P2k und Konsorten in den letzten Jahren schoen detaillierte und sehr gut laufende Dampflokmodelle auf den Markt gekommen, koennte sich heute (wie schon in den 80ern und 90ern) immer noch kaum einer eine in der Damplokzeit angesiedelte Anlage leisten. Damals hatten Betriebsbahner keine Chance, es musste die Dieselaera sein. Heute ist das besser. Das ist Fortschritt...


    Daß es damals - ich sage wenigstens - kaum eine Chance gab, wenn es nicht bloß bei zwei oder drei Loks bleiben sollte, mag ich nicht bestreiten. An anderer Stelle stand es aber schon mal und ich möchte das durchaus wieder betonen: -es gibt jede Menge ältere SCHÖN DETAILLIERTE und SEHR GUT LAUFENDE Dampflokmodelle in Messing, die billiger - manchmal weit billiger - sind als Plasteloks - und eine Unmenge - vergleichsweise - für etwa gleiche Preise. Gut, die zu finden ist natürlich weit schwieriger, und die wären sicher auch weniger preiswert, wenn es eben die Bachmann, Proto, Athearn etc. nicht geben würde - und damit die Nachfrage nach diesen Modellen in tiefer bis mittlerer Preislage größer wäre - womit auch ich ausdrücklich die Existenz der Plasteloks - die auch ich als durchaus nicht häßlich ansehe - begrüße und sie gleichfalls als Fortschritt ansehe.


    Eines noch mit aller Vorsicht: -gerade mit dieser Diskussion habe ich nicht beabsichtigt, einen erneuten Vergleich zwischen Messing und anderen zu starten - ich habe das nicht angefangen. Das Zitat in meinem zweiten Posting hier kann ich nur einfach nicht unkommentiert lassen, denn mir ist daran gelegen - wenn's denn schon auftritt - eine faire Gegenüberstellung zu wahren. Ich persönlich finde es nicht fair, wenn man Großserienmodellbau als gleich gut detailliert bezeichnet - weil es schlicht nicht stimmt, aber Messing dafür grundsätzlich als zu teuer und womöglich noch übel fahrend hinstellt. DAS ist aus meiner Sicht der wesentlichste Umstand, der das Brass Business umbringt. Natürlich wird es die mögliche Nische immer geben, doch ich bin da nicht so optimistisch, daß diese das kommende halbe Jahrzehnt überleben wird. Die Lage in Korea ist prekär, und Japan wird wohl nie wieder Modelle für den Exportmarkt bauen. Dort ist zwar das Wissen noch vorhanden, weil TENSHODO noch - wahrhaft phantastische - Modelle nach Japanischen Vorbildern herstellt - die aber auch astronomische Preise haben, nämlich ca. das 3-fache derjenigen aus Korea. Der Preis war schließlich der Grund der Amis und Europäer, nach Korea auszuweichen.

  • Quote

    Original von VAPEURCHAPELON...Aber es geht doch in diesem Punkt auch gar nicht darum, was der Käufer akzeptiert, sondern um wie weit oder nicht weit auch immer getriebene Detailtreue an sich.


    Was bringt eine vorbildliche Lok wenn sie auf 60 bis 80% aller Heim-Layouts nicht laufen kann weil Radien zu eng sind oder die Steigungen zu steil?


    Quote

    ...kann man doch auch alte Rivarossi-Loks nehmen oder sogar den Big Boy von Revell motorisieren, das spart ne menge Geld und der Unterschied ist nicht sichtbar... Wozu brauchts den PCM oder Trix für 500€ oder mehr?


    ...Wenn man den Athearn schon für 200€ weniger bekommen kann...
    Weil der Bigboy von Rivarossi, der Aktuelle noch mehr wie der Erste ein Lauftechnischer Versager, eine Ausgeburt der Hölle, ein Mistvieh ist.
    Und für das Geld welches man in einen Revell steckt kann man auch gleich einen von Athearn kaufen.


    Quote

    Original von mtnsub...Warum sollte man nicht jemandem fuer 100 EUR ein hervorragend laufendes Modell angedeihen lassen, anstatt ihn zum Kauf eines extrem detaillierten Modells fuer 300 ER zu zwingen? Die Wahl sollte doch der Kunde haben.


    Wobei 200 € Differenz noch tragbar wären, die CSX ES44AC von OMI, nur als Beispiel kostet Liste $930.... :hmm:


    Quote

    Waeren nicht von Spectrum, P2k und Konsorten in den letzten Jahren schoen detaillierte und sehr gut laufende Dampflokmodelle auf den Markt gekommen, koennte sich heute (wie schon in den 80ern und 90ern) immer noch kaum einer eine in der Damplokzeit angesiedelte Anlage leisten. Damals hatten Betriebsbahner keine Chance, es musste die Dieselaera sein. Heute ist das besser. Das ist Fortschritt...


    100% :appl:

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    Original von VAPEURCHAPELON


    Das ist - leider - vermutlich wahr.


    Ich finde das nicht "leider". Ich finde das ok. Die Betriebsbahner kommen mit deutlich weniger (sozusagen alltagstauglicher) detaillierten Modellen aus. Warum sollte man nicht jemandem fuer 100 EUR ein hervorragend laufendes Modell angedeihen lassen, anstatt ihn zum Kauf eines extrem detaillierten Modells fuer 300 ER zu zwingen? Die Wahl sollte doch der Kunde haben.


    Waeren nicht von Spectrum, P2k und Konsorten in den letzten Jahren schoen detaillierte und sehr gut laufende Dampflokmodelle auf den Markt gekommen, koennte sich heute (wie schon in den 80ern und 90ern) immer noch kaum einer eine in der Damplokzeit angesiedelte Anlage leisten. Damals hatten Betriebsbahner keine Chance, es musste die Dieselaera sein. Heute ist das besser. Das ist Fortschritt...

  • Quote

    Original von bigboy4015
    Das die hinteren vier Achsen bei einem Kunststoff Bigboy beweglich statt starr sind akzeptiert der Käufer und bei vielen Details muss man schon arg genau schauen um die Unterschiede zu sehen,
    Ich behaupte auf einem Layout in 2 Metern Entfernung siehst du den Unterschied nicht wirklich. :D


    Da hast Du selber doch einen erheblichen Unterschied wieder angesprochen - der übrigens sehr sichtbar ist - auch aus 2m Entfernung - zumindest von der Seite - wegen dem "Luftraum" zwischen den Triebwerken, zwischen hinterem Triebwerk und Kessel, zwischen Schleppgestell und frei schwebender Feuerbüchse, etc. Aber es geht doch in diesem Punkt auch gar nicht darum, was der Käufer akzeptiert, sondern um wie weit oder nicht weit auch immer getriebene Detailtreue an sich.


    Ich gebe Dir allerdings Recht, daß aus 2m Entfernung kaum noch Unterschiede in der Detaillierung zu sehen sind, doch wenn diese Distanz so entscheidend ist, kann man doch auch alte Rivarossi-Loks nehmen oder sogar den Big Boy von Revell motorisieren, das spart ne menge Geld und der Unterschied ist nicht sichtbar... Wozu brauchts den PCM oder Trix für 500€ oder mehr?


    Quote

    Original von bigboy4015
    Wobei die Kunststoffler einfach nur mit einer anderen Erwartungshaltung an die Sache gehen als die Messingler.


    Das ist - leider - vermutlich wahr.

  • Aloa,



    Quote

    In dem Punkt ja aber wenn es um das Modell ansich geht ist das reale begutachten des Modells doch unabdingbar.


    Klar, das Preis-Leistungsverhältnis bekomme ich nur raus, wenn ich mir das Ding sachlich anschaue - also mal sehe und ggf. anfassen kann - aber ich kann mir auch ohne diese Möglichkeit anhand der langläufigen Meinungen und der Tatsache das T55 nicht aus dem Quark kommt, meine Schlüsse ziehen.

  • Quote

    ob jemand eine T55 begutachten konnte oder nicht spielt ja zunächst einmal keine Rolle, wenn man sich seine Meinung dahingehend bildet, warum die so "schleppend" produziert werden.


    In dem Punkt ja aber wenn es um das Modell ansich geht ist das reale begutachten des Modells doch unabdingbar.

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    Original von bigboy4015
    ...
    PS 3: Manchmal erinnert mich - meine ganz persönliche Meinung - die Kunstsoff vs Messing Diskussion an die mit denen deren Weltbild mit M beginnt und in einer württembergischen Stadt mit G geformt wird.
    ...


    Das erinnert mich an einen Artikel von einem dieser Weltanschauungsjünger(brass vs plastic, nicht AC vs DC), der damals von Edelmetall geschrieben hatte und nur über Messing schwadronierte. Solche Leute sollte man nie ernst nehmen, egal was sie proklamieren und wen sie missionieren wollen.

  • Salue,



    ob jemand eine T55 begutachten konnte oder nicht spielt ja zunächst einmal keine Rolle, wenn man sich seine Meinung dahingehend bildet, warum die so "schleppend" produziert werden.


    Ich selber war von den T55 nicht begeistert, glücklicherweise habe ich meine nicht gekauft und schon vor Auslieferung bei Caboose stoniert (leider kam sie dann doch - aber das war eine andere Geschichte...)



    Ob Messingloks in Zukunft produziert werden hängt wohl eher davon ab, ob die Nachfrage danach entsprechend groß ist. Ich gehe davon aus, das die entsprechend vorhanden ist.


    Ich muss VAPEURCHAPELON zustimmen, wenn er schreibt, das heutige Messingmodelle von Dampfern ggü. Seriendampfern die Nase vor haben - das ist wirklich so. Die heutigen Seriendampfer, sind bis auf Ausnahmen, wirklich gut - die heutigen Messingdampfer sind erheblich besser - aber auch erheblich teurer.

  • Die T55 ES44 hatte ihre Macken, insbesondere die Angussäste an der Lexan-Haube auf der Cab, und der je mach Controller mürrische Digitrax FX.
    Wer aber eine hat gibt sie nur selten her, ich habe es letzlich interessehalber bei der Bucht versucht: Fehlanzeige.


    Was das Misstrauen gegen T55 schürte waren die, die lautstark z.B. im Atlas-Forum (besonders steamer10) die schlechte Qualität anprangerten.
    Irgendwann hatten die die T55 Owner ihn, er hat zugegeben noch nie eine T55 auch nur in real gesehen zu haben...


    Nur, der da geschürte Ruf, wer etwas für T55 geschrieben hat wurde von steamer10 als Mitarbeiter von Overland tituliert, hängt T55 bis heute nach. Ãœbrigens wurde steamer10 am Ende zuerst abgemahnt und dann vorübergehend gesperrt.


    5.000 Modelle je Bestellnummer, die Zahl kommt von Brian March, sind eine heftige Hausnummer - wobei ich das bei den 6 UP-Heritage Loks nicht verstehe die aus einer Lieferserie stammen müssten, also aufbaumäßig gleich sind und schon mit einer kleineren Auflage baubar sein müssten.


    Was für T55 auch ein Problem ist: Die Gerüchte das Atlas oder Kato die Modelle bringt.


    Quote

    selbst in Messing gäbe es noch unzählige Typen zu bauen...


    Genau das hat Global Outlet versucht, nur war für diese Modelle auch in Messing kein ausreichender Markt. :hmm:


    PS 1: So fallen einem die Augen heute bei einer Kunststoff-Steamer gegen einen Messing-Steamer garnicht mehr heraus. Das die hinteren vier Achsen bei einem Kunststoff Bigboy beweglich statt starr sind akzeptiert der Käufer und bei vielen Details muss man schon arg genau schauen um die Unterschiede zu sehen,
    Ich behaupte auf einem Layout in 2 Metern Entfernung siehst du den Unterschied nicht wirklich. :D


    PS 2: Wenn ich mir die Overland BHP SD70ACe anschaue frage ich mich sogar eher ob Kunststoff-Diesel jemals so eine Detailierung haben werden. :hmm:


    PS 3: Manchmal erinnert mich - meine ganz persönliche Meinung - die Kunstsoff vs Messing Diskussion an die mit denen deren Weltbild mit M beginnt und in einer württembergischen Stadt mit G geformt wird.
    Wobei die Kunststoffler einfach nur mit einer anderen Erwartungshaltung an die Sache gehen als die Messingler.

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  • Quote

    Original von VAPEURCHAPELON


    Ich werde nicht müde, diesbezüglich Stellung zu beziehen. Also noch mal: bei Dieselloks mag das stimmen - das weiß ich nicht, bei Dampfloks ist das nach wie vor WUNSCHDENKEN! Man vergleiche nicht unbedingt ein Plastemodell von heute mit einem Messingmodell von 1970, sondern ebenfalls mit einem von heute. Da fallen einem die Augen fast raus...


    Bei den Dampfern wird es auch Traum bleiben. Die Diesel haben mehr Details, die nicht nur ein einer einzigen Version verwendung finden und sind deshalb schon Grossserienfreundlicher.


    Quote

    Nach wie vor allerdings nur ein verschwindend kleiner Teil der interessannten Loks erhältlich, selbst in Messing gäbe es noch unzählige Typen zu bauen...


    War ungeschickt bzw unvollständig formuliert. Das bezog sich auf die "breite Masse" von Modellbahnern. Für die gibt es deutlich weniger Detailunterschiede. Klar das es gerade bei Dampfloks, bzw. Modellen nach älteren Vorbildern jede Menge NICHT gibt. Diese Menge ist in Grossserie nicht bewältigbar.


    Und der Modellbahner, der immer mehr auf RTR oder BuildUps (bei Gebäuden) setzt (oder gesetzt wurde: Ad "Don't waste your time with building/completing your model" - *Kopfschüttel*) fragt nicht nach DEN Details oder Vorbildvariationen. Beispiel DB: 212 oder 290 ist für einen Grossteil der breiten Masse egal, dito 01 oder 03, 44 oder 43 etc.


    Ich glaube nicht das Messing sterben wird, es wird immer eine Niesche darür geben.

  • Quote

    Original von al_camino
    Die Plastikmodelle sind besser bzw. ähnlich gut detailiert wie die Messingteile,


    Ich werde nicht müde, diesbezüglich Stellung zu beziehen. Also noch mal: bei Dieselloks mag das stimmen - das weiß ich nicht, bei Dampfloks ist das nach wie vor WUNSCHDENKEN! Man vergleiche nicht unbedingt ein Plastemodell von heute mit einem Messingmodell von 1970, sondern ebenfalls mit einem von heute. Da fallen einem die Augen fast raus...


    Quote

    Original von al_camino
    es gibt mittlerweile viele Modelle von Vorbildern, die "damals" nur in Messing zu bekommen waren.


    Nach wie vor allerdings nur ein verschwindend kleiner Teil der interessannten Loks erhältlich, selbst in Messing gäbe es noch unzählige Typen zu bauen...





    Steve4 hat hier heut auch gepostet, nun ist das weg?!

  • Salue,



    Quote

    Der große der Branche, Overland, kündigt fröhlich an und liefert auch aus, hat allerdings bei Plastik (T55) Probleme auf genug Vorbestellungen zu kommen.


    Ich würde eher sagen, dass OMI Plastik Division sich bei seinen Produkten überschätzt hat. Ich finde die Modelle haben ein sehr schlechtes Preis-Leistungsverhältnis - das spiegelt sich defintiv in dem mangelnden Interesse wieder...

  • Quote

    Original von VAPEURCHAPELON
    P.S. Unfortunately we have also choosen totally unpopular projects.
    I personally have one EL-2B and one Santa Fe #5033 which I kept for
    myself but I am willing to sell it now.


    Ohne die Firma naeher zu kennen - wenn das restliche Geschaeftsgebahren so "professionall" war wie diese Email, dann glaube ich zu wissen warum es die nicht mehr gibt. Er sagt es ja auch selbst. Daraus jetzt das Ende der (Messing-)Welt herleiten zu wollen geht zu weit.


    Auch in diesem Geschaeft ist betriebswirtschaftliches Denken gefordert. Das war schon immer so. Nur ist die Konkurrenzsituation durch die kontinuerlich besser werdenden Grosserienmodelle heutzutage viel schaerfer, als sie es in den 80ern war.


    Meiner Meinung nach ist heute der einzige Vorteil der Kleinserienfertigung die unbedingte Vorbildtreue, die durch die kleinen Stueckzahlen moeglich ist. In punkto Fertigungsqualitaet, Preis-/Leistungsverhaeltnis, etc. sind Produkte wie die Spectrum On30-Shay den herkoemmlichen Messingkleinserien schon lange ueberlegen. Nur werden da halt oftmals generische Modelle mit "Massenappeal" bevorzugt, um die grossen Stueckzahlen zu erreichen.

  • mit meinen macht es dann 4 ct ...


    alles Vermutungen meinerseits, gründen aber alle auf schon gemachten Erfahrungen aus Hobby und Beruf
    - ungeschickte Modellauswahl
    - überzogene Gewinnerwartung
    - komplizierte Abläufe bei Aufträgen nach Fernost unterschätzt ("Da schickt man denen ein paar Bildchen und nach 6 Monaten kommt das fertige Modell ...")


    Andererseits hat sich der US-Moba-Markt auch etwas geändert. Die Plastikmodelle sind besser bzw. ähnlich gut detailiert wie die Messingteile, es gibt mittlerweile viele Modelle von Vorbildern, die "damals" nur in Messing zu bekommen waren. Der Kunde schwenkt immer mehr auf dieses RTR Zeugs, was mich (und meinen US-Bekannten) zum Schluss kommen lässt, dass das Interesse am Modellbau etwas schrumpft. Wenn dagegen Overland brummt, kann das daran liegen, dass die Lieferqualität bekannt ist. Diverse Newcomer haben immer wieder ganze Branchenzweige blamiert.

  • Nur meine 2 Cent:


    Im Text sind zwei Sätze die mich nachdenklich machen:


    Quote

    We have never had enough support from US railfans and we think making models for them was very bad idea.


    Quote

    Unfortunately we have also choosen totally unpopular projects.


    Und du bestätigst auch noch das sie nur ganze zwei Modelle gebracht haben, aus dem Text geht hevor ein drittes Porjekt wird über eine andere Firma beendet und die Jawn Henry ist gestoppt.


    Sind die nicht eher an magelnder Marktkenntnis gescheitert?


    Ãœber den schlechten (guten :hmm: Ansichtssache) Dollar brauchen wir nicht zu streiten, ist klar.


    Der große der Branche, Overland, kündigt fröhlich an und liefert auch aus, hat allerdings bei Plastik (T55) Probleme auf genug Vorbestellungen zu kommen.
    Die Brass Versionen sind teilweise schon ausgeliefert und ausverkauft.

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  • Der vermutlich jüngste (gegründet wohl erst letztes Jahr) Messing-Importeur - GLOBAL OUTLET - hat letzte Woche bekannt gegeben, seine Aktivitäten zu beenden. Das allein wäre sicherlich nicht unbedingt eine Themeneröffnung hier wert, doch ich mag eine email von einem der beiden Chefs dieser Firma zitieren, die - vermutlich leider treffend - in Kürze mit Würze die Situation dieses Geschäfts beschreibt.
    Es gibt eine yahoo group über Messing-Modellbau, in der viele der großen Händler als auch die Importeure Mitglied sind (ich gehöre ihr ebenfalls an), und die Nachricht über das Dahinscheiden dieser Firma entfachte eine ziemlich lebhafte Diskussion. Denn zum einen hat das eigentlich kaum jemanden gewundert, und zum anderen haben die meisten Importeure wie Konsumenten offensichtlich eine sehr ähnliche Sicht der Dinge. Dan Glasure schrieb dazu, daß China wohl nie den Platz von Korea einnehmen wird, wie einst Korea von Japan. Und auch er sah nach einem Besuch bei etlichen Manufakturen dort, daß ausgerechnet die, die ihr Handwerk verstehen, die Arbeit verlieren oder selbst kündigen. "No artists, no art!"
    Vermutlich müssen wir wenigen verbliebenen Liebhaber von feinsten Modellen uns darauf einstellen, in wenigen Jährchen nichts Neues mehr zu sehen, wenn nicht drastisch was geändert wird. Die Schrift an der Wand glaubte ich selbst schon vor mehreren Jahren entdeckt zu haben, nur glauben wollte mir hierzulande niemand. Immer kam sowas wie "Irgendwie gehts immer weiter, gings immer weiter, und gabs immer welche, die das Ende voraussagten - und am Ende unrecht hatten."


    "Think about the importers/manufacturers that have gone away in the past 1-2 years. It is an impressive list." Dessen bin ich mir seit langem gewahr, und man braucht auch nur mal die "project lists" der noch existenten Importeure ansehen - die sind zwar lang, aber wirklich erscheinen tut nur langsam was, auch nur annähernd abgearbeitet werden diese Listen wohl kaum noch.


    Und nun lest selbst:


    "We are closing brass business forever.


    1. We have no reservation for future projects and we decided to get rid of this
    stupid busienss.


    2. You have to be millionaire to manufacture brass trains these days.


    3. Korean manufacturers are loosing best employees and their prices
    are too high. Within next 2-3 years this business will dissapear.


    4. US currency is piece of crap and worth nothing overseas.


    Brass is completety dead. Our website will be shut down tomorrow.
    New company run by Darius (AMEXIMP) will finish last project (GM&O
    Ingalls 4-S which is ready) and future reservations are going to be
    cancelled forever. Jawn Henry is too expensive to build and
    impossible to build without 80 reservations with 30% deposits. We
    have never had enough support from US railfans and we think making
    models for them was very bad idea.


    Regards,


    Peter


    P.S. Unfortunately we have also choosen totally unpopular projects.
    I personally have one EL-2B and one Santa Fe #5033 which I kept for
    myself but I am willing to sell it now."


    GLOBAL OUTLET hat übrigens bisher nur 2 Modelle gebracht, einerseits eine Doppel-E-Lok der VIRGINIAN und andererseits eine AT&SF 2-10-4 5011 Klasse - beides spektakuläre Modelle! Sind die zwei, die in der P.S. erwähnt sind. Viele wurden von GLOBAL OUTLET selbst über ebay verkauft und zwar zum Festpreis!

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